Griechischer Salat

Es ist Sommer! Zumindest heute in München. Ein guter Tag für einen Sommersalat auf dem Balkon. Deshalb gibt’s heute Choritaki, den klassischen Bauernsalat, denn das Land des nahen Staatsbankrotts hat uns neben aktuellen Problemen nicht wenige gastronomische Freuden beschert. Ich bevorzuge die einfache Version. Gewürfelte Tomaten (Costoluto, die kräftige sizilianische Sorte, oder Coeur de Boeuf, Ochsenherzen – wer’s milder mag), dick geschnittene Gurkenscheiben (Landgurken passen prima, die gewöhnliche Salatgurke tut’s auch), grünen Paprika in Streifen, Oliven und rote Zwiebeln (in Ringen) in die Salatschüssel, in der ich vorher eine simple Marinade aus Olivenöl (italienisch, weil kein griechisches im Hause), frischem Zitronensaft, Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle zusammengerührt habe. Durchgemischt, Feta (der kräftige!) und grüne Oliven darauf drapiert und fertig. Wir essen Vollkornsemmeln dazu und denken an Griechenland.

Saftige Zitronen

Mein allererstes „fremdländisches“ Essen habe ich beim Griechen genossen, damals, Anfang der 70er Jahre. (Italienisch war bereits rudimentär von Mirakoli und Ravioli aus der Dose bekannt und zählt hier nicht). Ich kann mich noch genau an meine Begeisterung erinnern, und gefüllte Bifteki liebe ich noch immer. Zum Beispiel im Münchner Molos, Maistr. 26. Voll (unbedingt reservieren), laut (nichts für romantisch Zweisames), flüssig (sie pumpen dich kostenlos derart mit Ouzo voll, dass du kaum aufrecht wieder rauskommst) und gut. Neben dem üblichen Mainstream: Oktopussalat, Zucchinipuffer mit Joghurt-Kümmel-Dip,  Artischokensalat…

Mein Lieblingsphilosoph ist übrigens Aristippos, dessen Vorstellungen vom guten Leben sich den Griechen wohl nachhaltig eingeprägt haben. Der Mann hatte (nach den spärlichen Überlieferungen zumindest) eine heitere Natur, verfügte über ein hohes Maß an Selbstbeherrschung und bewahrte eine distanzierte Gelassenheit in allen Lebenslagen. Hach, wenn wir das nur könnten, wir neurotischen Teutonen.

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