UnZeit

Gerade retour vom Mittagessen beim Italiener unseres Vertrauens – Pizza Salame Rucola für Monsieur, Linguine Tonno e Olive für Madame, also bester Dinge, ziehe ich die abonnierte ZEIT aus dem Briefkasten und muss mich schon im Treppenhaus über den Titel aufregen. „Der Mythos vom guten Essen“ weist mit Megabild-Aufmacher auf eine dem richtigen Essen & Trinken gewidmete Beilage (Teil 1!) hin, darunter klappern die Leitartikel über Euro- und Google-Angst. Das Ganze also ein kompletter „Du sollst Angst haben“-Titel, der in keiner Weise zusammenpasst. Wieso, warum, bringt eine der renommiertesten deutschen Zeitschriften um Himmels Willen ein halbseitiges buntes Gemüsefoto über den wirklich brennenden Themen der Woche? Was soll das denn bitte? Wenn ich die ZEIT nicht bereits gekündigt hätte, würde ich es heute tun.

Kein Publikum

Wie sehr will man mich hier auf den Arm nehmen? Wieso berichten die Herren und Damen Redakteure nicht klar und deutlich in Bild und Wort über das wichtigste Thema der Woche? War die ganze Layoutabteilung über Mittag Schnaps trinken? Müssen wir parallel mit Essen und Trinken ruhiggestellt werden, aber bloß nicht richtig lustvoll, sondern auch noch mit erhobenem Zeigefinger, als wären wir alle verblödet? Das macht doch keinen Spaß! Sorry, ich habe schon vor dem Aufschlagen des Food-Heftchens die Freude darauf verloren. Lese  sowieso nur noch den Siebeck (im ZEIT-Magazin), das zunehmend politisch korrekte Gewäsch aus den anderen Ressorts macht mich zornig und das ist ungesund. Schade eigentlich, war mal ein starkes Stück Journalismus.

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