Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Einfach gut

Lafer, Lichter, Schubeck & Konsorten sowie Perfektes Dinner etc. in allen Ehren – es geht beim guten Essen (und Trinken) mitnichten darum, artifizielles Gedöns auf kompliziertestem Niveau zu fabrizieren. Das machen Spitzenköche übrigens auch nicht (naja, die Frenchies und den verrückten Spanier mal ausgenommen). Die wichtigsten Zutaten sind Disziplin und frische – nach Möglichkeit Jahreszeit adäquat und am Standort gewachsene – Gemüse, Obst und Salate. Disziplin brauchen Sie, weil nunmal Convenience-Food überall verfügbar und deshalb verführerisch für vielbeschäftigte Menschen wie unsereins: Rein die Mikrowelle, 5 Minuten später auf dem Tisch, schlecht aussehen/schmecken tut’s auch nicht. Es schmeckt aber (lassen Sie sich da mal nicht täuschen!) keinesfalls authentisch. Sie machen das also besser gleich selbst, was auch nicht viel länger dauern muss. Wenn Sie noch eine Portion Extramotivation brauchen, bevor Sie Ihre vier Buchstaben an den Herd schwingen, geben Sie sich Louis de Funes: Brust oder Keule. Mehr Argumente gegen die Fertiggerichtindustrie braucht es auch heute nicht.

Frische Zutaten brauchen Sie allerdings unbedingt, denn Sie wollen ja herausfinden, wie das Zeug „unbehandelt“ schmeckt und es eigenhändig zu einem Geschmackserlebnis gestalten. Deshalb nehme ich persönlich Rezeptbücher nur zur Inspiration zur Hand oder um mir schöne Bilder anzuschauen. (Coole Geschichten wie von Tony Bourdain lese ich auch.)

Wilde Kräuter

Im Ladys Camp gab’s gestern Abend einen kleinen Wildkräutersalat mit Tomaten (von Löwenzahn bis Sauerampfer plus ein Büschel Rucola), der natürlich gewaschen sein wollte. Bitte ordentlich trocken schleudern, zu diesem Behufe haben Sie sich schließlich eine Salatschleuder angeschafft. Schnelles Dressing: 1 guter Eßlöffel Traubenbalsam (ein mild-intensiver Weinessig, den ich im „Vom-Fass„-Laden beziehe), 1 Teelöffel Dijonsenf, 1 gepresste Knoblauchzehe (vorher nicht schälen, dann lassen sich die Reste ruckzuck aus der Presse entfernen), Meersalz aus der Mühle und ein bisserl frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer – alles geschmeidig verrühren, dann 2-3 Eßlöffel Olivenöl untermixen. Abschmecken: Sie entscheiden, ob eher milder oder kräftiger. Wenn die Vinaigrette fertig ist, Salatblätter und 2, 3 gewürfelte Tomaten untermischen (ich nahm Camone, die sehr kräftig und säuerlich schmecken und deshalb mit den intensiven Wildkräutern mithalten). Eine Scheibe Büffelmozarella rundet den Salat ab, ein milderer Schafskäse (aber nur ganz wenig) passt auch. Na, war das jetzt so anstrengend?



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