Pharisäer

Die Jahreszeit ist ja noch nicht danach, aber anlässlich der Rücktrittsschreie Richtung OB Sauerland möchte ich hier doch mal auf den guten, alten Pharisäer aus dem Nordfriesischen hinweisen. Da der olle Pastor Beyer in Nordstrand den anlässlich Kindstaufen etc. üblichen Schluck Hochprozentiges verwerflich fand, gaben die schlauen Bauern ihren Rum in die Kaffeetasse und deckten den Schnapsgeruch mit nem ordentlichen Schlag Sahne ab. Der hinters Licht geführte Prediger kam ihnen natürlich irgendwann auf die Schliche und hieß seine lustige Gemeinde daraufhin empört „Pharisäer!“ So kamen die Nordfriesen zu ihrem Nationalgetränk.

Kippen Sie doch mal nen Pharisäer hinter die Binde!

Was das jetzt mit dem wg. Loveparade-Desaster zum Rücktritt aufgeforderten Duisburger OB zu tun hat? Leute, wenn mir wer meine gesamte Pension wegnehmen wollte, was dem Mann bei freiwilligem Rücktritt blüht, dann würde ich ebenfalls am Stuhl kleben bleiben. Das ist eine Existenzfrage und wer hier den Heiligen markiert, ist ein Scheinheiliger, ein echter Pharisäer eben, denn ich glaube von keinem der Rücktrittsrufer, dass er/sie auf ihre Altersversorgung verzichten würde.

Pharisäer schmecken übrigens sehr lecker, auf Föhr trinken sie ja eh gerne viel. Starker Kaffee, ein, zwei Löffelchen Zucker, ein ordentlicher Schluck Rum in die Tasse und Schlagsahne drauf. (Im Bild: Espresso, für italienischen Pharisäer Grappa reinschütten – Caffé Coretto trinken sie in Venedig schon früh am morgen!)

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