Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Rosenkohl

Der Hochnebel hängt knietief über München, aber das hält uns nicht davon ab, Ihnen wie versprochen unseren Rosenkohl näher zu bringen. Dieser sollte vor der Ernte ein wenig Frost bekommen, dann ist er richtig geschmackig. Da es hier vor dem letzten Föhneinbruch schon frostig war, eröffneten wir die Rosenkohlsaison mit einer würzigen Variante, die sich neben den bereits besprochenen Fleischpflanzerln anständig behaupten konnte. Im Prinzip ist ja alles immer ganz einfach, wenn man weiß, wie’s geht. Sie kaufen für 3 bis 4 Personen um die 1,5 Pfund frischen Rosenkohl. Frisch heißt: die Blättchen sollten nicht gelblich sein, die Schnittstellen nicht vertrocknet. Auf manchen Märkten gibt es Rosenkohl am Stiel – da müssen Sie die Röschen selber abernten – sieht irgendwo schick aus, ist aber Blödsinn, weil Sie die Stiele mitbezahlen, die Sie eh wegwerfen.

Frischer Rosenkohl vom Viktualienmarkt

Der Beste aller Gatten hat Rosenkohl an sich und auf dem Teller früher entschieden abgelehnt, heute verlangt er danach. Ich bereite das herbstliche Gemüse folgendermaßen zu: Erst einmal wird jedes Rosenköhlchen ganz ordentlich geputzt. Die äußeren Blätter entferne ich sorgfältig, den Strunk schneide ich ab – nur fein geputzte Exemplare dürfen in den Kochtopf. Dieses setze ich mitsamt Rosenkohl und kaltem Wasser auf und lasse den Kohl unter Zugabe einer ordentlichen Prise Salz ca. 8-10 Minuten kochen. Probieren Sie zwischendrin den Garzustand: ein bisschen „al dente“ ist gut. Ist der Kohl bissfest, aber nicht roh, gießen wir das Wasser mitsamt dem Kohl durch ein Sieb ab, indem dieser dann abtropfen darf.

Rosenkohl wird auch nur mit Wasser gekocht. Und Salz!

Währendessen kommt der Topf zurück auf den Herd und ein gutes, großes Stück Butter hinein, eventuell auch ein kleiner Spritzer Olivenöl. In dieser Butter schwenken wir den Rosenkohl herum und dann wird gewürzt, was das Zeug hält. Sparen können Sie woanders: reichlich Rosenpaprika und Muskat hinzugeben, nachsalzen, abschmecken, etwas schwarzen Pfeffer hinzugeben und immer wieder durchschwenken bzw. bei mittlerer Temperatur durchschmoren. Richtig spicey wird’s mit einem bisschen Marokko-Flair: Wer eine „Ras el Hanout„-Mischung im Schrank hat: der Rosenkohl liebt exotische Gewürze. Was da so drin ist? Zum Beispiel Piment, Lorbeer, Kubebenpfeffer, Schwarzkümmel, Koriander, Macis, Zimt, Kardamom, Nelke, Rosen, Lavendel… Jeder marokkanische Chef mixt seine eigene Mischung, was Sie auch selber ausprobieren dürfen. Sie können also mit Ihrem Rosenkohl so richtig experimentieren – Freistil lohnt sich, fertige Mischungen sind jedoch nicht verwerflich. Ja, wir lieben Rosenkohl!

Der kann das vertragen: Würzen Sie Ihren Rosenkohl mal so richtig herzhaft und exotisch



Ein Kommentar zu “Rosenkohl”

  1. DerGatte sagte am 04.11.201009:50: (Kommentar-Link )

    Ich möchte hinzufügen, dass niemand Rosenkohl zubereiten kann. Außer die Gattin (und ich selbst natürlich). Aber das ändert sich ja jetzt vielleicht.

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