Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Eisige Föhrien

Gestern zurück von Hardcore-Trip nach Föhr, jeweils 13/14 Stunden Bahnirrfahrten rauf und runter, was auch hartgesottenen Bahnfahrerinnen wie mir dann irgendwann zu lang erschien. Schicke Momente in Niebüll, wo ich nach Ankunft im Tiefschnee 1 Stunde auf den Anschluss nach Dagebüll warten sollte, was ich aber nicht gemacht habe, sondern mir ne Taxe geschnappt, damit ich die Fähre kriege. Taxifahrt durch Monsterschneewehen – hoppel, schlitter, schlenker – aber krisenfester Fahrer, der mich und eine weitere Dame (die woanders hin wollte, aber ihre Fähre war schon weg) sicher an den Fähranleger brachte. Dort musste die weitere Dame im einzigen Hotel übernachten, weil ihre Fähre erst am nächsten Tage wieder ablegte. Ich dagegen durfte mich freuen, denn das Schiff nach Föhr kam und fuhr pünktlich rüber in ein nordfriesisches Wintermärchen gegen das Narnia Teil 1 verblasst. Ankunft, Taxe voll mit Mitfahrern (zu Weihnachten bzw. bei dem Wetter werden ja alle Menschen Brüder, die irgendwo auf der Strecke abgeliefert werden möchten) – irgendwann bei den Altvorderen angelangt, die es begrüßten, dass wenigstens einer der Blagen zum Weihnachtsbesuch antrat. (Die anderen Geschwister hüteten ihre heimatlichen Schollen, worüber sie nicht unglücklich waren.) Dafür habe ich jede Menge Eisschollen gesichtet!

Jau: das Meer da hinten ist zugefroren! Nieblumer Strandimpressionen...

Gestern dann retour, was mir irgendwie länger vorkam, da so ein Aufenthalt bei den Eltern doch etwas anstrengend ist, jedenfalls bei meinen. Morgens wieder mit der Taxe zum Schiff, dann durchs Eismeer nach Dagebüll, dann nach Niebüll, dann nach Hamburg. Dann 1 Stunde aufm kalten Bahnsteig in Hamburg herumgelungert, da mein geplanter Zug wg. Verspätung weg war, dann zwischendrin defekte Bremsen, nicht funktionierende Heizungen, flottes Zug-Hopping auf Ansage, da diverse Strecken blockiert waren, etc. etc. Man muss sagen: die Leute ertrugen es stoisch und die Bahnbediensteten auch. Wär anders auch nicht gut gegangen. Um 21 Uhr im heimatlichen Palais eingelaufen und umgehend in Rotwein „gebadet“. Gott, ich spüre heute jeden Knochen! Was uns aber nicht davon abhält, an Silvester wieder das Weite zu (ver-)suchen und ins liebe Venedig zu reisen, wo wir dann am 31. die Bars abklappern, kleine Schweinereien futtern und feste trinken werden. Das veranstalten der Beste aller Gatten und ich aber nur für uns alleine.

Gegessen hab ich auf Föhr wie es sich zu Weihnachten gehört en famille, keine Völlerei, sondern feinen Fisch, unter anderem Rotzunge, welche ich hier auch mal ausprobieren werde. Es gab auch einen besonders guten Mohnkuchen, von dem ich noch das Rezept besorgen muss.

Mutters Mohnkuchen: so lecker, wie er ausschaut!



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