Alain Ducasse: keine Stapel bitte!

Da der Beste Gatte und ich uns an diesem Wochenende an fremden Herden wärmen und laben lassen, will ich hier ein lang geplantes aber kurzes Wort über Alain Ducasse verlieren. Von diesem französischen Meisterkoch und Marketingexperten können Sie halten, was Sie wollen (und viele finden den Herrn arrogant, machtherrlich und selbstverliebt), aber in einem hat er recht: Diese nervige Stapelei auf den Tellern der besseren Restaurants und solchen, die so tun, als ob, ist grober Unfug, der unterlassen gehört.
Wenn ich das Lieblings-Restaurant meines Vertrauens besuche, ziehen sich die Kochdekorateure warm an, denn bereits bei der Bestellung rufe ich in die Küche: bitte nicht stapeln und bitte nichts schneiden.

Ich möchte mein Fleisch nämlich selber säbeln, weil ich (von Haus aus misstrauischer Natur) so sehen kann, ob dieses auf den Punkt gebraten ist (und nicht etwa wärmend unter dem Salamander gelagert hat, weil irgendeine Beilage nicht gleichzeitig fertig war oder die Küche aufgrund größerer Bestellungen am Schwimmen ist, was in den besten Küchen vorkommt).
Auf gar keinen Fall will ich aber hübsch anzusehende Stapel auf dem Teller finden, vom Risotto hinauf auf einen Gemüse-Schnickschnack und noch höher zum krönenden Fisch oder Filet. Nichts da! Nebeneinander möchte ich die Leckereien präsentiert bekommen, denn ich will wissen, wie jede einzelne Komponente mundet und nicht, wie der ganze Stapel zusammen schmeckt. Außerdem: wie bitteschön schneidet man einen Stapel so, dass auf dem Teller nicht umgehend ein Schlachtfeld entsteht?

Mein Anti-Stapel-Geschmack ist natürlich nicht „in“, da heute aufwändige Konstruktionen das Bild auf dem Teller bestimmen. Auch Alain Ducasse beschäftigt Köche, die gern stapeln. Aber wenn er zum Testessen in einem seiner etlichen Gastro-Tempel einläuft, schnauzt er seine Chefköche jedesmal an, wenn diese ihm einen Wolkenkratzer servieren. Basta!

No Piles Please! Sieht doch auch ohne Stapelei schick aus!

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