Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Lebensmittelskandale

Das geht ja wieder prächtig los: Dioxin im Ei zu Jahresbeginn, da freut sich das Sonntagsfrühstück aber sehr. Dabei sind diese unliebsamen Überraschungen vermeidbar. Es ist so simpel: Kaufen Sie einfach keinen Billo-Trash mehr, sondern anständig produzierte Produkte von anständigen Erzeugern.

Die Grundregel dafür lautet allerdings Verzicht, jedenfall, wenn Sie (wie wir) über kein Donald-Trump-Haushaltsbudget verfügen. Sie wissen das längst, aber um es nochmal einzubleuen: Einmal in der Woche Fleisch reicht, dafür gönnen wir uns ein gutes, vielleicht sogar bio, vom Metzger des Vertrauens, den wir schon ganz lange kennen. Gleiches gilt für die Eier: nehmen Sie doch ein Bio-Ei, wenn Sie keine geheimen Quellen zur Landfrau mit der Mini-Hühnerzucht haben, wo die Tierchen durch den Garten streifen dürfen. Offen gesagt: ein Blick in die – von unseren Nachrichten-Sendern detailliert übertragenen – Käfige, wo sich das Massentier aneinander quetscht muss Ihnen doch das Supermarkt-Ei verleiden, oder sind Sie schon so hartgesotten? Der Beste Ehemann hat mir von einem Bericht über chilenische Lachsfarmen (besser: die eine Farm vom Zuchtgiganten Marine Harvest) berichtet, der so grausig war, dass Lachs, der nicht wild gefangen wird, uns und Ihnen nicht auf den Tisch kommen sollte.

Jetzt erklären Sie natürlich, dass Sie mit Ihrem Minigehalt auch an die Delikatessen wollen, oder? Ich verrate Ihnen etwas Erfreuliches: Sie dürfen! Und Sie können sich das leisten, allerdings nicht jeden Tag. Das wäre sowieso ungesund. Insofern kochen Sie sich ne schöne Pasta (wie wir heute) und halten Sie sich an die Menschen, denen das, was wir essen, am Herzen liegt und nicht bloss am Geldbeutel. Sorry, bin etwas ranzig heute, das Wetter, die Kunden … und der liebe Gast kommt auch erst nach Achte, was späte Küche bedeutet.

In meine Pasta kommen heute getrocknete Tomaten,  Ziegen-, Schafs- und Kuhkäse (weich und fest), Bresaola sowie ein bisserl Knoblauch. Dazu gibt’s Salat. Und Wein. Das reicht und macht froh! Basta!

Die Käseauswahl: Chabichou du Poitou AOC, Crottin de Chevre, Tomme Dauphine aus Frankreich und Testun Barique (da sind außen knusprige Trestertrauben dran) aus Italien. Was Sie unten auf dem Foto sehen, reicht aber bei uns die ganze Woche und kommt keineswegs alles in die Pasta für Drei!

Französisch-italienische Käsefreuden



2 Kommentare zu “Lebensmittelskandale”

  1. DerGatte sagte am 05.01.201119:06: (Kommentar-Link )

    Sehe ich da Rohmilchkäse? Warum schreitet die EU nicht ein?

  2. Anette Keiser sagte am 06.01.201113:40: (Kommentar-Link )

    Klar siehst Du Rohmilchkäse! Wir pfeifen in diesem Fall laut auf die EU, die sich hier bitte nicht einzumischen hat!

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