Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Lost in France – Perigord, Bruno, Trüffel…

Hach, la France profonde, das ländliche Französische liegt uns doch sehr am Herzen. Umso mehr bei der Lektüre der wunderbaren Perigord-Krimis von Martin Walker, einem in den USA lebenden Schotten, der dank eines langjährigen Feriendomizils im Land der 1000 Leckereien zwischen den Flüssen Dordogne, Vezere und L’Isle ein Kenner des Terrains und seiner Bewohner ist.

Die Kriminalromane um den örtlichen Polizeichef Bruno haben Suchtpotenzial. Erstens ist der Mann integer und fühlt sich seinem kleinen Wirkungskreis verbunden. So sehr, dass ihn selbst die Liebe und Karrierechancen in der großen Stadt nicht in Versuchung führen. Zweitens kann er kochen, jagen und ist handwerklich versiert. Drittens hängt er sich rein für seine Gemeinde, engagiert sich im Sport für die Dorfjugend, gibt den Weihnachtsmann für die ganz Kleinen, springt schon mal die Gülle, wenn es gilt ein Kind zu retten und ist clever genug, seinen Bürgermeister vor den meisten Tücken der Politik zu bewahren. Zudem ist er ein attraktiver Junggeselle, den sich die halbe weibliche Bevölkerung des fiktiven Städtchens St. Denis und auch einige Zugereiste zu gerne angeln würden.

Klingt ein bisschen nach heiler Provinzwelt? Ja. Doch die Fälle haben es in sich, weil auch die Idylle nicht gefeit ist vor den richtig bösen Jungs: koloniale Altlasten mit Todesfolge, Millionenbetrug im Trüffel-Business, Ärger mit US-Wein-Multis… Bruno Courrèges hat es regelmäßig mit ganz modernen Untaten zu tun, die er gemeinsam mit mehr oder minder fähigen und durchaus auch mal sinistren Kollegen anderer staatlicher Sicherheitsorgane löst. Immer das Wohl seiner Gemeinde im Blick, versteht sich.

Dabei spielen das Perigord, seine Menschen und die typischen Gerichte der Region eine Hauptrolle. Und das Essen und Trinken, das bringt uns der Autor so herrlich nahe, dass wir jetzt, sofort, auf der Stelle ins schöne Aquitanien aufbrechen, es uns dort gut gehen lassen und am besten für immer dableiben möchten. Wenn Bruno sein berühmtes Trüffel-Omelette bereitet, wollen wir am Tisch sitzen und mithalten. Gerne bei seinem Freund, dem Baron, wo sich die Jagdfreunde zu opulenten Gelagen treffen. Dazu wird ordentlich getrunken, versteht sich. Denn die Weine der Region sind nicht von schlechten Eltern.

Steinpilze hat’s auch.

Und Knoblauch darf nicht fehlen.

Sämtliche Bruno Courrèges Bücher von Martin Walker gibt’s bei Amazon auf Englisch und auf Deutsch – immerhin fünf Bände mittlerweile, und wir sind sicher, das weitere folgen. Wenn Sie können, lesen Sie das englische Original. Die deutschen Übersetzungen kommen nicht ganz ran.



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