Eat! Pray! Read! Beste Bücher 2012

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Ja, wir lesen! Und das nicht zu knapp, deshalb diesmal zum Fest die Bücher, die uns in diesem Jahr am besten gefallen haben. Nicht alle brandneu und die Auswahl ist ganz persönlich, aber jedes Einzelne lesenwert. Dazu können Sie auch essen und trinken. Und die Welt da draußen mal ein paar Stunden vor sich hin wurschteln lassen.

Unsere Liste kommt ohne Ranking. Probieren Sie sich einfach mal durch. Wir lesen meist auf Englisch, das sollten Sie also können, oder sich die deutsche Ausgabe besorgen. Links haben wir eingefügt, wo möglich. Amazon rulez!

Fetter Lesestoff: unsere Bücher-Tipps für die Feiertage!
Fetter Lesestoff: unsere Bücher-Tipps für die Feiertage!

On the Road again: Gern unterwegs, aber alles so abgelutscht? Mit diesen beiden Autoren geht’s auf Zeitreise! Zwei Reiseberichte, die erstens wunderbar geschrieben und zweitens äußerst erhellend, was ihre Zeit betrifft, sind. Patrick Leigh Fermor ist als 18-Jähriger im Jahr 1933 zu Fuss von Holland nach Konstantinopel marschiert. Taschengeld (Emergency allowance): 1 Pfund pro Woche. Abenteuer: plenty. Das konnte eigentlich nur ein Engländer tun und was der junge Mann alles erlebt hat, das erzählt er uns quicklebendig in den beiden Reiseberichten „A Time of Gifts“ und „The Woods and the Water„. Auf Deutsch oder auf Englisch: Lernen Sie ein Europa kennen, das es so nicht mehr gibt. Land, Leute, Kunst, Geschichte, Essen, Trinken, Mädels – ein bisschen zwischen den Welten und dabei frisch, als ob soeben geschrieben. Unser Patrick ist mit wenig bis gar keinem Geld rumgekommen. Essen Sie ein Butterbrot mit Schmalz und trinken Sie ein Glaserl Wein zu dieser Lektüre. Kochen Sie sich ein zünftiges Gulasch – sein Bericht über Ungarn ist splendid!

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Weisswürschte sind auch nicht schlecht.

Nur auf Englisch: Das zweite Reiseabenteuer aus erster Hand berichtet Emily Gerard in ihren Tagebüchern aus Transylvanien. Ja, Bram Stoker hat sich bei ihr für seine „Dracula“-Story inspirieren lassen, aber das ist nur eine winzig kleine Episode, die Emily mit „The Land beyond the Forest – Facts, Figures & Fancies from Transylvania“ in zwei Bänden großartig zu erzählen weiß. Die Britin (sie sind ja alle große Reisende) folgte ihrem Gatten, einem österreichischen Offizier, im Jahre 1883 ins heutige Rumänien und hat Land und Leute ganz genau beobachtet. Höchstes Lesevergnügen und spannend! Passt perfekt zu den einmalig guten Weihnachtsplätzchen von der Omi.

Winter-Wetter da draußen: wir lesen!
Winter-Wetter da draußen: wir lesen!

Für Liebende: Ihnen legen wir mit den Lymond Chronicles – immerhin satte sechs Bände – von Dorothy Dunnett einen All Time Favourite ans Herz. Denn diesen Helden – Francis Crawford of Lymond – hätten wir erfinden müssen, wenn Frau Dunnett es nicht für uns getan hätte. Schauplätze Schottland, Frankreich, Malta, Russland, der Orient im 16. Jahrhundert (Queen Mary war noch ein Kind). Abenteuer, Verrat, Liebe – alles in XXXL. Es gibt die ersten drei Bände auf Deutsch. Danach müssen Sie auf Englisch lesen, nicht ganz einfach, sehr komplexe Sprache, ich habe lange gebraucht, aber dann! Einzigartig! Gegessen und getrunken wurde Anno 1500 auch nicht schlecht. Opulent, zum Beispiel in Band 2  (gebraucht auf Deutsch) am Hofe des französischen Königs: So wollen wir Silvester feiern. Trinken Sie mindestens ein Fläschchen Schampus.

 

Liebe geht auch durch den Magen...
Liebe geht auch durch den Magen…

Die ganz große Liebe finden Sie auch in „Frenchman’s Creek“ von Daphne Du Maurier. Keineswegs ein alter Hund, die Story ist auch heute noch taufrisch (es geht darum, das Richtige zu tun) und sehr poetisch obendrein. Spannung kommt nicht zu kurz. Auf Englisch in neu, auf Deutsch („Die Bucht des Franzosen“) gibt’s das Buch zumindest gebraucht. Bereiten Sie sich eine große Kanne Tee und ein paar Gurken-Sandwiches dazu.

Harter Tobak: Diese beiden historischen Bücher behandeln den zweiten Weltkrieg. Sie sollten sich das durchaus antun, weil Sie wissen möchten, warum in Europa alles so schwierig ist und warum trotzdem alles gut ist. Max Hastings berichtet in „All Hell let loose“ vom Schicksal der kleinen Leute im WW2. Dazu hat er in allen beteiligten Ländern recherchiert und Fakten, aber auch private Geschichten zusammengetragen, die uns vor Augen führen, was genau die Frau und der Mann von der Straße mitgemacht haben. Kein Buch für zarte Gemüter, aber ein guter Reminder und Einblick in unsere nahe Geschichte. Keith Lowe hat sich der Zeit direkt nach WW2 angenommen, die in den Geschichtsbüchern ein bisschen zu kurz kommt, weil der Krieg ja vorüber ist. In „Savage Continent“ beschreibt der Autor diese „weißen Stellen“ akribisch: Fakten, menschliche Schicksale, größtmögliches Chaos – auch dieses Buch lohnt das Lesen, weil es ebenfalls für ein geeintes Europa spricht. Es ist zu hoffen, dass diese beiden neuen Bücher ins Deutsche übersetzt werden, aber das Englisch ist sehr gut verständlich. Essen können Sie bei dieser Lektüre nichts, trinken Sie einen Schnaps! Oder zwei.

Manchmal hilft nur ein wenig Rauch.
Manchmal hilft nur ein wenig Rauch. Oder ein Schnaps.

Science Fiction: Als bekennende Scifi-Fans gehört David Weber zu unseren langjährigen Lieblingsautoren (Honor Harrington…). Hier stellen wir allerdings eine (eventuell nicht ganz Ernst gemeinte) Knallschote vor, bei der sich buchstäblich die Balken biegen. In „Out of the Dark“ invasieren uns Außerirdische und die Menschheit muss sich wehren. Hier ist alles drin, was Sie sich sonst lieber verkneifen: Amerikanisches Pathos, Paranoia, dicke Wummen, Hinterwäldler und ein ganz überraschendes Ende, das (wie ich finde) zum Brüllen komisch ist. Vergessen Sie Independence Day – wetten, dass wir unzivilisierter als die Aliens sind? Dazu geben Sie sich Popcorn. Und ein Bier.

My Lionheart: Adam Nicolson erzählt in „The Gentry“ über diese typisch englische Gesellschaftsschicht, für die die eigene – etwas größere – Scholle das Wichtigste im Leben ist. Skurril: die Typen, die hier über die Jahrhunderte das Landleben pflegen, sich zwischen Aristokratie und Volk in ihrer Nische durchschlagen und dabei mal gewinnen und mal alles verlieren. Ein Blick ins englische Gemüt von 1410 bis 2010. Fein gezeichnete Familiengeschichten für alle, die das Landleben lieben. Dazu dürfen Sie kernig futtern und trinken: der Fasanen-Braten und der gute Rote sind nicht fehl am Platze. Cheers!

Statt Löwenherzen: Löwenmäuler
Statt Löwenherzen: Löwenmäuler

Kochen: Unser eigentliches Sujet, aber Kochbücher sind ja keine richtige Lektüre. Lesen Sie lieber über das Kochen: Nicolas Freeling, Koch und Küchenkenner, hat mit „The Kitchen Book“ und „The Cook Book“ eines unserer Lieblingswerke über diese schöne und knallharte Profession geschrieben. Gibt’s (siehe Link) im Doppelband. Spannend, herzlich, engagiert, liebenswert. Macht ganz großen Spaß und ist zudem lehrreich. Wer sich mit dem Gedanken trägt, endlich ein eigenes Restaurant zu eröffnen, dem sei „Flash in the Pan“ von David Blum ans Herz gelegt. Hier drin steht, wie Sie’s nicht machen sollen – aus erster Hand und aus New York. Und wer sich gern von einem guten Krimi zu bester Küche anregen lässt: Martin Walker hat mit seinen Bruno-Krimis aus dem Perigord (auf Deutsch und Englisch) die Rezepte für spannende Lesestunden, die dank vieler Rezepte (unser Polizist und seine Freunde kochen wie die Weltmeister) ausgesprochen deliziös munden. Essen: Gänsestopfleber! Trinken: das Beste aus Frankreichs Weinkellern! Sparen können Sie, wenn Sie tot sind.

BollingerWeb
The Night they invented Champaign – douce France :-)

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe Festtage! Kochen Sie sich was Schönes:-)

 

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