Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Breakfast for Champions

No time, no exercise. Da ist ein besonders energiereiches, aber fettarmes, Frühstück angesagt, weil wir (Sommer, Sonne, Strand in Aussicht) am Projekt Adonis & Aphrodite arbeiten.

Erstmal ein paar schöne Tomaten mit Oregano....

Und hier kommt die Hauptportion für Männer:

...gesundes Programm mit Paprika, Möhre, Melone und Putenbrust. Lecker!

Spargel!

Es ist ja so einfach mit frischem Spargel ein wunderbares Essen auf den Tisch zu bringen. Man nehme selbigen in reichlicher Menge, koche diesen in Salzwasser mit einer Prise Zucker weich und bereite dazu ein, zwei Pellkartöffelchen, die sich – weil zarte, neue Kartoffeln – ganz prima mit Schale essen lassen. Zerlassen Sie kurz vor dem Servieren ein Stückchen gute Butter und gießen Sie diese großzügig über die weiße Pracht. Ein wenig schwarzer Pfeffer aus der Mühle, ein wenig Meersalz auf Spargel und Kartoffeln und dann guten Appetit!

Spargel kochen: wir mögen ihn nicht al dente, sondern schön weich. Ca. 15 Minuten!

Dazu noch ein wenig Schinken, hier aus Parma, und schon ist das Sonntagsessen ein wahrlich sonntägliches!

Spargel an Pellkartoffeln mit Parmaschinken: Einfach gut.

Das passt zum Frühling, der hier die Kastanien munter macht!

Anfang der Woche in München: die Kastanien sind spring-lebendig.

Phad Thai für Veggies

Nach dem hier keineswegs die Küche kalt bleibt, möchten wir unser geschätztes Publikum dann doch mal wieder teilhaben lassen und führen ein feines Phad Thai vor, dass der beste Gatte diese Woche gekocht und in Szene gesetzt hat. Dieses Lieblingsgericht essen wir meistens auswärtig, aber ein neues Rezept hat in Gatten inspiriert und uns überzeugt.

 

Phad Thai Zutaten schön arrangiert vom Gatten: Tofu, Koriander, Sprossen, Eier, Limette

Sie brauchen für 4 Personen: 400 g Reisbandnudeln (chinesische Weizennudeln tun’s auch, diese hatten wir parat), 2 Eßlöffel Erdnussöl, 2 leicht verquirlte Eier, 1 Zwiebel (wir nahmen eine rote), 2 Knoblauchzehen, eine rote Spitzpaprika, 100 g gebratenen Tofu (es gibt gewürzten Tofu, der auch gut passt), 6 Frühlingszwiebeln, eine Hand voll frischen Koriander, 60 ml Sojasauce, 2 Eßlöffel Limettensaft, 1 Eßlöffel braunen Zucker, 2 Teelöffel Sambal Olek (hatten wir nicht da, aber eine schicke chinesische Chili-Sauce), 100 g Sojasprossen und 50 g geröstete ungesalzene Erdnüsse, kleingehackt (welche wir aus Ermangelung an Erdnüssen mit zwei üppige Eßlöffel Erdnußbutter ersetzten, die Crunchy-Variante). Sie merken schon: ein Rezept ist ein guter Rahmen, aber sklavisch daran halten müssen Sie sich nicht. Wer Erfahrung hat, experimentiert sowieso.

Junges Gemüse

Für die Sauce: Chili-Sauce, Limette, brauner Zucker, Sojasauce

Da wir nicht – wie der Asiate Ihres Vertrauens – alle Zutaten griffbereit neben dem Wok stehen haben, ist hier zunächst die gründliche Vorbereitung eines ausgefeilten Mis en Place angesagt, sonst geht’s beim Kochen schief, weil das ruckzuck ablaufen sollte.

Wir haben statt Erdnüssen Erdnussbutter verwendet, hier mit Erdnussöl zu sehen

Waschen und putzen Sie die Paprika, den Koriander, die Zwiebeln, die Sprossen und den Knoblauch. Die Paprika schneiden Sie in Streifen und stellen sie zur Seite.

Paprika kleingeschnitten

Die rote Zwiebel in ebenfalls feine Streifen schneiden, die Frühlingszwiebeln schräg in dünnere Ringe und dickere Stückchen, wobei Sie das Grün weitestgehend entfernen.

Unsere Zwiebeln - in Streifen und Stückchen, die feinen (links) kommen ganz zum Schluß hinein.

Den Knoblauch zerdrücken und die Limette schon mal auspressen. Die Eier verquirlen Sie in einem Schälchen und stellen sie ebenfalls parat. Wenn Sie Erdnüsse da haben, hacken Sie diese kurz und klein, damit Sie das nicht später tun müssen, wenn es schnell gehen soll.

Mixen Sie die Sojasauce mit dem braunen Zucker, Limettensaft und dem Sambal Olek. Oder wie wir mit kräftiger China-Chili-Sauce (statt Sambal Olek!). Beiseite stellen.

Mixen: Sojasauce, Erdnußbutter, Limettensaft, brauner Zucker und Chilisauce

Dann garen Sie zuerst die Reisnudeln in kochendem Salzwasser (nach Packungsangabe) 8-10 Minuten weich, gießen das Wasser ab und stellen die Nudeln beiseite.

Nudeln kochen! Die sollten aber fertig sein, bevor der Wok raucht.

Jetzt geht’s los: Wok bei starker Hitze anheizen und darin einen EL Erdnußöl heiß werden lassen, wobei Sie es vorsichtig! herumschwenken, um es ordentlich zu verteilen. Sobald das Öl zu rauchen beginnt, geben Sie die gequirlten Eier hinein und braten sich ein Omelette an, lassen es ca. eine halbe Minute stocken, wenden es einmal, rollen es auf und nehmen es aus dem Wok. Zerschneiden Sie das Omelette in feinere Streifen und stellen es beiseite.

Wir braten ruckzuck ein Omelette.

Wenden...

..und kleinschneiden. In Streifen oder wie es gerade konveniert...

In den Wok kommt nun der zweite Eßlöffel Erdnußöl, heiß werden lassen und bei starker Hitze darin die Zwiebeln um die 2 Minuten anbraten, dann gleich die Paprika dazu werfen. Weiter braten. Jetzt darf auch die Erdnussbutter rein.

Zuerst die Zwiebeln und einen Teil der Frühlingszwiebeln scharf anbraten.

Den Paprika mit einer Spur Koriander gleich hinterher reinhauen und wenden. Weiterbraten.

Dann kommen Tofu, Nudeln und die Omelette-Streifen hinein, ebenfalls behutsam untermengen, Temperatur auf mittlere Hitze reduzieren.

Und jetzt der Tofu!

Nun kommen die Nudeln hinein, schnell untermengen und weiter geht's...

Eierstreifen hinzugeben...

Finale: Nun die Sojasaucen-Mischung in den Wok gießen und mit dem Gemüse vermischen. Werfen Sie die Sprossen und restlichen Frühlingszwiebeln (die feiner geschnittenen!) kurz mit hinein oder geben Sie sie über das fertige Phad Thai. Sofort servieren!

Alles im Griff? Klar, weil alles parat steht.

Geben Sie nun die Sauce hinzu und mengen Sie alles behutsam durch.

Gleich fertig: Sprossen und Koriander untermischen und sofort servieren!

Bestreuen Sie das Gericht mit dem restlichen Koriander und den – falls anwesenden – gehackten Erdnüssen und lassen Sie es sich schmecken!

Unser Phad Thai: gut war's. Ausprobieren!

 

Ein schöner Fisch

Den gab es im Venezianischen, was jetzt auch schon wieder zwei Wochen her ist. Aber wir und jetzt auch Sie können den guten Branzino alla griglia zumindest auf dem Foto genießen. Den gibt es genau so in beständig bester Qualität in unserer bewährten Trattoria Africa auf dem Lido.

Da ist er: unser frischer Branzino mit ein wenig Olivenöl, Petersilie und Zitrone - sonst nix

Nebel haben wir diesmal auch “gesehen” – in Pellestrina, wo nichts, aber auch absolut nichts los ist, im März. Ganz anders als im einschlägigen Brunetti-TV-Film. Und das Ruhige, das ist sehr schön.

Nebel in Pellestrina, sehr still, ruhig, gut.

 

Mascaron: Dinner in acht Gängen

Das vergangene Wochenende haben der beste Gatte und ich in Venedig verbracht, unser erster Ausflug in den Frühling, der sich dort von seiner besten Seite zeigte. Wie sich das gehört. Noch am Abend des ersten Tages luden freundliche Freunde zu einem äußerst opulenten Geburtstagsdinner, das wir Ihnen in all seiner Üppigkeit nicht vorenthalten möchten. Acht Gänge essen wir nur selten, aber wenn sie dann so schön daherkommen, reißen wir uns zusammen und hauen rein.

Unser Dinner fand im Mascaron statt, einem gehobeneren Etablissement venezianischer Kochkunst ganz in der Nähe von der Piazza San Marco in der Calle Santa Maria Formosa. Das Mascaron ist ein nettes Lokal, was heißt: meistens ausgebucht bis zum Anschlag, also reservieren, wenn Sie da rein wollen, wobei das manchmal auch nicht klappt, wenn der geschäftstüchtige Wirt einer Gruppe von 10 Japanern den Vortritt und Ihren Tisch gleich mit gibt (auch das ist die reine Wahrheit, den der Venezianer “an sich” ist ein cleverer Händler, der sich auch nicht allzu sehr zu genieren braucht, weil er die meisten Kunden nur einmal sieht).

Anyway, wir haben gut und reichlich gegegessen, was wir Ihnen hier kurz in Bildern schildern.

Gang 1: eine Kelle Pasta e Fagioli (Rezept gibt’s auch bei uns) plus Pesto und einem großen Löffel Baccalà (typisch venezianisches Stockfisch-Mus, im Mascaron sehr leicht zubereitet, ohne Majo)

Pasta e Fagioli & Baccala

Gang 2: keine Ahnung, wie das auf Italienisch heißt, es handelte sich jedoch um ein Stückchen Matjes an Birne, das passt genauso gut wie unser Apfel-Matjes, aber pfiffiger! Der Spaß versteckt sich unter dem knusprigen und gut geölten Brot.

Matjes mit Birne

Gang 3: frisch aus dem Meer kamen sehr “nature” Scampi und diese 2 ein wenig gruselig ausschauenden, aber ebenfalls typisch venezianischen, Meeresfrüchte (eine Krebsart) plus überbackene Miesmuschel und ein Spargel. Pfeffer und Salz haben wir aber nicht gebraucht. Das Ganze natürlich in Öl, Öl, Öl. Gut, wenn Sie ordentlich Wein trinken.

Scampi & co. kg

Gang 4: Roher Tunfisch an bayrischem Löwensenf, extra scharf (Gag des Hauses, da unser Gastgeber dem Wirt diesen Senf gerne mitbringt, weil sie sowas in Italien nicht haben, aber schätzen; der Wirt bezeichnete uns die Senfbeigabe als Wasabi-Ersatz, es schmeckte übrigens ganz vorzüglich zum Tunfisch in – Sie ahnen es bereits – Öl.) Wir waren am Rande der Kapazität, aber noch längst nicht am Ende.

Roher Tonno mit Löwensenf

Gang 5: zur Abwechslung etwas Warmes, nämlich Penne mit Krebsfleisch, leicht säuerlich mit Kapern und Tomaten. Gut.

Penne mit Krebsfleisch

Gang 6: Rombo, oder auf gut deutsch Steinbutt, das “Hauptgericht”, mit Kartoffeln und Tomaten, sehr einfach und “nature”, plus Kapern und Öl, wieder leicht säuerlich und insofern nicht absolut anders, aber durchaus in Ordnung. Salz und Pfeffer hatten ihre Berechtigung, wie überhaupt alles sehr dezent gesalzen war, aber das ist ja heute modern.

Steinbutt nach Art des einfachen Hauses

Gang 7: Fegato alla Veneziana mit Polenta, das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen und wurde als einzigem dem besten Gatten serviert, der seine Teller alle brav aufgegessen hatte und dem man etwas besonders Gutes tun wollte. Er ißt aber partout keine Leber. Insofern wurde das Gericht unter den anderen aufgeteilt, weil man es doch nicht dem ebenfalls anwesenden Hund des Gastgebers geben konnte, der unter der Bank auf Leckereien, die nicht kamen, wartete.

Fegato alla Veneziana

Gang 8: zum Abschluß einen Salat, so sind sie im Mascaron, diese Venezianer. Dieser frische, leckere, aber absolut nicht mehr hinein passende Salat kam in einem Löwensenf-Dressing, das so manch anderer Salatkreation, die wir in Venedig schon serviert bekamen, den Rang abgelaufen hat.

Salat!

 

Natürlich gab es noch die üblichen Plätzchen mit Vin Santo und wer weiß wie viele Flaschen Wein aus den verschiedensten Güteklassen, worüber wir im Laufe des Gelages den Überblick verloren haben. Es war eine rauschende Ballnacht, kulinarisch gesehen. Auf alle Fälle reichlich;-)

Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals bei unserem großzügigen Gastgeber und seiner reizenden Gattin!

Pasta mit Ziegenkäse, Tomaten und Zitronen-Olivenöl-Vinaigrette

Dieses Pasta-Gericht werden Sie lieben. Wenn Sie denn Knoblauch und Ziegenkäse mögen. Wir habe es neulich bei Freunden kosten dürfen und sofort selbst ausprobiert. Sie brauchen 1-2 geschmackvolle Tomaten (Costoluto, Marzano, Dattelinos, von letzteren 4-5), einen milden Ziegenfrischkäse (gibt’s im Becher oder lose), den Saft einer halben Zitrone, einen reichlichen Schuß Olivenöl, etwas Petersilie, Meersalz, schwarzen Pfeffer (frisch aus der Mühle) und natürlich Nudeln. Wir nahmen Spaghetti, würden jedoch Casarecce empfehlen, die hier gerade nicht im Hause waren.

Alles bio: Ziegenfrischkäse und Zitrone

Schneiden Sie zunächst die Tomaten in dünne Scheiben und “trocken” diese in einer beschichteten Pfanne (alternativ im Ganzen, aber gehäutet im Backofen) circa 1 Stündchen lang bei der allerniedrigsten Temperatur. Wenn Sie Zeit haben, geben Sie den Tomaten 2-3 Stunden im Ofen. Das Ergebnis ist extrem aromatisch, sozusagen die Intensiv-Tomate.

Wir trocknen uns ein paar Tomaten. Aber nicht staubtrocken!

Wenn Ihre Tomaten fast fertig sind (ca. 10-15 Minuten To Go), setzen Sie Wasser für die Pasta auf. Dann pressen Sie sich eine halbe Zitrone aus und verrühren den Saft mit einer ausgepressten Knoblauchzehe, Meersalz, schwarzem Pfeffer und ordentlich Olivenöl. Unbedingt abschmecken: es soll sehr kräftig sein.

Fast fertig: die Tomaten sind schon saft- aber keineswegs kraftlos.

Mit Zitronensaft und Olivenöl eine Vinaigrette anrühren, gescheit salzen und pfeffern, das verliert sich nachher.

Eine schöne grosse Knoblauchzehe in die Vinaigrette pressen..

Die Nudeln kochen derweil (ca. 200-250 Gramm für 2 Personen), deshalb waschen und schneiden Sie ein bisschen Petersilie, die Sie unter die Vinaigrette geben.

...und noch ein wenig frische Petersilie (Minze passt auch) in die Vinaigrette geben.

Den Ziegenkäse zerteilen Sie in größere Bröckerl und stellen ihn an die Seite.

Ziegenkäse grob zerteilen

Dann gießen Sie das Nudelwasser ab, geben die Nudeln zurück in den Topf und mischen schnell das Zitrone-Öl-Gemisch hinunter. Jetzt noch die Tomaten und den Ziegenkäse vorsichtig unterheben und sofort servieren.

Tomaten mit den Nudeln im heissen Topf fix mischen...

 

Vinaigrette unterrühren...

 

Und nun den Ziegenkäse hineingeben und unterheben. Fertig!

Bon Appetit!

Serviert: Unsere Ziegenkäse-Tomaten-Pasta!

Lime Fingers – Limettenkaviar

Ja, wir kochen noch. Aber wir haben mal wieder ganz wenig Zeit. Deshalb heute ein kurzer Beitrag, dafür zu einem Produkt, das umwerfend gut schmeckt. Lime Fingers kommen aus Australien und wurden uns von Marktdame Trixi vorgestellt. Ich konnte trotz heftigen Preises (1 Stück 3 Euro) nicht davon lassen und habe unbedingt ein Teil zur Probe kaufen müssen.

So schaut er aus, der Lime Finger. Fast wie ein Cornichon...

In dieser kleinen Schote wartet eine Geschmacksexplosion. Einfach aufbrechen oder wie wir mit dem Messer zerteilen (was nicht so perfekt ist, aber wir kannten uns nicht aus), dann kommen kleine Kügelchen zum Vorschein, die Sie behutsam aus der Schale heben.

Brechen Sie die Schote lieber auf, anstatt sie so unprofessionell wie wir zu zerschneiden

Wir haben damit eine schöne Scheibe Büffel-Mozzarella gekrönt – beides harmoniert großartig. Ein bischen frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer hinzugeben und einen Spritzer gutes Olivenöl – mehr braucht es nicht.

Die kleinen Fruchtkügelchen einfach auf die Mozzarella streuen

Mit Öl und Pfeffer wird daraus ein Sterneküchen Amuse Gueule!

Die Kügelchen aus den Lime Fingers ähneln ein wenig dem Kaviar, deshalb auch Limetten-Kaviar. Ich plädiere für “Molekularküche von Mutter Natur”. Intensives Limettenaroma, sozusagen kompakt, geballt, auf den Punkt. Gesund ist das tolle Früchtchen auch noch: jede Menge Vitamin A, B und C sowie Kalium, Calcium und Eisen und Natrium hat die Vitaminbombe geladen.

Probieren Sie Lime Fingers (die übrigens in verschiedenen Farben kommen) unbedingt aus, wenn Sie an die Dinger rankommen! Ein Traum!