Koch- & Food-Blog, abschweifendes

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Sommer, Sonne, Tabbouleh

Perfekt für einen richtig heißen Tag: Tabbouleh kommt aus dem Libanon und ist mit vielen Kräutern und gutem Olivenöl genau das richtige für Sommertage! Wir nehmen für 3-4 Portionen 100 Gramm feinen oder mittelfeinen Bulgurweizen aus dem Biomarkt, frisch gepressten Zitronensaft (halbe bis dreiviertel Zitrone), vier Frühlingszwiebeln samt Grün, je eine Hand voll frische Minze und Petersilie, einen guten Schuß sehr gutes Olivenöl (so um die 3-4 Eßlöffel), ein wenig Meersalz und etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Serviert wird das Tabbouleh mit Tomaten (Romanelli, Dattelinos, Costoluto) und/oder Romanasalat. Tipp: Das Gericht braucht ein ausgezeichnetes Öl und reichlich frische Kräuter, damit es richtig fein und authentisch schmeckt.

Die Zutaten für ein Tabbouleh - Minze und Petersilie wächst auf unserem Balkon

Die Zutaten für ein Tabbouleh – Minze und Petersilie wachsen auf unserem Balkon

Zuerst pressen wir unsere Zitrone aus und bereiten wir den Bulgur vor, was quasi wie von selbst geht: Getreide abwiegen und in einer hitzebeständigen Schüssel mit einem halben Liter kochenden Wasser aufgießen. Die Hälfte des Zitronensafts dazugeben, umrühren und circa 20 Minuten quellen lassen.

Bulgurweizen mit kochendem Wasser übergießen und mit Zitronensaft verrühren

Bulgurweizen mit kochendem Wasser übergießen und mit Zitronensaft verrühren

In der Zwischenzeit waschen wir unsere Kräuter und die Frühlingszwiebel, die wir grob hacken und dann mit dem Pürierstab zu einem feinen Pesto verarbeiten. Olivenöl zum Püree geben und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Gut umrühren.

Gewaschene Kräuter werden püriert

Gewaschene Kräuter werden püriert…

.. und zwar mitsamt den Frühlingszwiebeln

… und zwar mitsamt den Frühlingszwiebeln

... bis ein feines Pesto entsteht

… bis ein feines Pesto entsteht

Dann geben wir den Bulgur in ein feines Sieb und drücken ihn mit dem Löffel leicht aus. Dann kommt der Bulgurweizen wieder in unsere Schüssel. Nun rühren wir den restlichen Zitronensaft unter.

Bulgur nach 20 Minuten in einem Sien abtropfen lassen, ausdrücken

Bulgur nach 20 Minuten in einem Sieb abtropfen lassen, ausdrücken

... und zurück in die Schüssel geben

… und zurück in die Schüssel geben

Zum Schluß kommt das Kräuterpüree hinzu: Unser Tabbouleh sollte nach dem Einarbeiten der Kräutermischung schön grün sein, so dass jedes Körnchen umhüllt ist. Schmecken Sie das Endresultat ab und geben Sie nach Geschmack und Bedarf noch eine Prise Salz oder etwas Olivenöl hinzu.

Die Kräuter/Frühlingszwiebel-Paste gut in den Bulgur einarbeiten, abschmecken und ein paar Minuten ziehen lassen

Die Kräuter/Frühlingszwiebel-Paste gut in den Bulgur einarbeiten, abschmecken und ein paar Minuten ziehen lassen

Lassen Sie das Tabbouleh kurz durchziehen und servieren Sie es dann mit frisch aufgeschnittenen Tomaten oder Salatblättern. Tabbouleh schmeckt schön erfrischend, ist ganz leicht und passt natürlich auch zu gegrilltem Fisch oder kurzgebratenem Lamm. Wir finden aber: dieses Gericht überzeugt auch ohne Beilagen, weil es ein wunderbares Aroma hat.

Wir servieren unser Tabbouleh mit Tomaten und ein bisserl frischer Chili

Wir servieren unser Tabbouleh mit Tomaten und ein bisserl frischer Chili

 

 

 

Radicchio Risotto à la Casa

Ein Risotto braucht Hingabe, ist aber kein allzu komplexes Gericht, dass sich auch Kochnovizen ruhig mal zutrauen dürfen. Unser Risotto mit Radicchio ist in 30 Minuten auf dem Tisch und schmeckt unverschämt gut. Es lässt sich wunderbar auch für nur eine Person zubereiten: Wir brauchen 100 Gramm Risotto-Reis (Arborio oder Carnaroli), sieben, acht Blätter Radicchio (am besten Trevisano, das ist der längliche), eine Schalotte, ein kleines Gläschen guten und kräftigen Rotwein (Primitivo, Ripasso & Co. passt), frisch geriebenen Parmesan, einen guten halben Liter heiße Hühnerbrühe (Instant-Bio, Gemüsebrühe passt auch, Hühnerbrühe ist aber geschmackiger), Olivenöl, Butter, eine Prise Meersalz, ein-zwei Umdrehungen schwarzen Pfeffer und eine halbe Chilischote. (Für mehr Personen das Rezept verdoppeln, verdreifachen etc.)

Die Zutaten für unser Radicchio Risotto

Ladys Lunch: die Zutaten für unser Radicchio Risotto für 1 Person.

Bereiten Sie zunächst alles vor: Reis abwiegen, Radicchioblätter kalt abspülen und abtropfen lassen, die Schalotte fein wiegen und das Wasser für die Brühe aufsetzen. Parmesan reiben und die Radicchioblätter in feinere Streifen schneiden.

Radicchio in Streifen schneiden und bis zur Verwendung weiter abtropfen lassen

Radicchio in Streifen schneiden und bis zur Verwendung weiter abtropfen lassen.

 

Den Parmesan können Sie auch schon einmal reiben.

Den Parmesan können Sie auch schon einmal reiben.

Dann geht’s los: Lassen Sie die Schalotte in einem ordentlichen Schuss Olivenöl glasig werden, und geben Sie dann den Risotto-Reis hinzu. Ein bis zwei Minuten unter kräftigem Rühren auf mittlerer Temperatur glasig werden lassen (aufpassen: soll nicht anhängen!), dann mit dem Gläschen Rotwein ablöschen und diesen auf kleinerer Temperatur einkochen, bis der Reis den Wein aufgesogen hat. Derweil sollte Ihre heiße Brühe am Start sein.

Schalotte glasig werden lassen und nicht am guten Olivenöl sparen

Schalotte glasig werden lassen und nicht am guten Olivenöl sparen.

Reis kurz in Öl angehen lassen, immer schön rühren!

Reis kurz in Öl angehen lassen, immer schön rühren!

Mit einem guten Rotwein ablöschen und rühren, bis der Reis den Wein aufgenommen hat

Mit einem guten Rotwein ablöschen und rühren, bis der Reis den Wein aufgenommen hat.

Nun heißt es rühren, rühren, rühren: immer eine kleine (!!) Kelle Brühe zum Reis geben und solange mit einem Holzlöffel rühren, bis der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat. Daran führt keine Abkürzung vorbei, weil damit der Erfolg Ihres Risottos steht und fällt. Das Ganze richtet sich nach der Garzeit des jeweiligen Risottos, der al dente, aber bitte nicht hart sein sollte. Unser Arborio braucht circa 15 Minuten. Würzen Sie das Risotto nach der Hälfte der Garzeit mit etwas schwarzem Pfeffer, und geben Sie die halbe Chilischote (im Ganzen) hinzu. Weiterrühren!

Probieren Sie das Risotto gegen Ende der Kochzeit. Wenn die Konsistenz passt, eventuell noch mit einer Prise Salz abschmecken, ein gutes Flöckchen Butter und den Parmesan unterrühren und dann die Radicchiostreifen einarbeiten. Die Chilischote bitte vor dem Servieren herausnehmen.

Das Finish: gute Butter und Parmesan schnell einarbeiten...

Das Finish: gute Butter und Parmesan schnell einarbeiten…

...und die Radicchio-Streifen hinzugeben. Alles kurz und kräftig verrühren.

…und die Radicchiostreifen hinzugeben. Alles kurz und kräftig verrühren.

Jetzt aber schnell servieren: mit etwas frischem Parmesan und ein paar Streifen Radicchio dekorieren und guten Appetit.

Aufgetischt: unser feines Radicchio-Risotto! Ausprobieren!

Aufgetischt: unser feines Radicchio-Risotto! Ausprobieren!

Indisches Linsensüppchen

Das Wetter ist nach wie vor unentschieden, weswegen wir gegen die Kälte und den Regen ein schönes Süppchen kochen. Und zwar ein indisches, das Herz und Magen wärmt. Dafür nehmen wir so um die 150 Gramm rote Linsen her und ein bisschen frisches Gemüse: zwei Hand voll Erbsen, zwei Möhren, zwei Lauchzwiebeln – und dann noch eine kleine Knoblauchzehe, eine Schalotte, ein großes Stück Ingwer, ein paar Zitronenscheiben (ungespritzte Zitrone nehmen!), je zwei Esslöffel Sesam- und Erdnussöl, die indischen Gewürze Baharat und Vadouvan, eine gute Prise Meersalz und 1,5 Liter Hühnerbrühe, die Sie entweder selbst zubereiten oder zu einer anständigen Bio-Instant greifen. Wer es gern scharf hat, tut noch eine frische Chilischote hinein. Fürs Finish einen kleinen Bund frischen Koriander (oder wenn Sie den partout nicht mögen Petersilie) feinhacken.

Schön bunt: die Zutaten für unsere indische Suppe

Bunt: die Zutaten für unsere indische Suppe

Bereiten Sie ein schönes Mise en Place: alles fein schnippeln und schneiden und dann kann’s losgehen.

Mise en Place: richten Sie Ihre feingeschnippelten Gemüse vor dem Kochen her, das erleichtert die Arbeit.

Mise en Place: richten Sie Ihre feingeschnippelten Gemüse vor dem Kochen her, das erleichtert die Arbeit.

Erbsen pulen macht immer noch so viel Spaß wie früher, als wir noch ganz klein waren...

Erbsen pulen macht immer noch so viel Spaß wie früher, als wir noch ganz klein waren…

Schwitzen Sie das Gemüse in Sesam- und Erdnussöl ein, zwei Minuten an und geben Sie dann die Linsen hinzu, die ebenfalls zwei Minuten angegart werden sollen.

Feines Sesam- und Erdnussöl

Feines Sesam- und Erdnussöl

Gemüse, Linsen und Gewürze kurz in Sesam- und Erdnussöl angehen lassen...

Gemüse, Linsen und Gewürze kurz in Sesam- und Erdnussöl angehen lassen…

Würzen Sie nun mit je einem Teelöffel Baharat und Vadouvan und salzen Sie ein wenig. Schön umrühren, damit nichts anhängt.

Diese indischen Gewürze haben wir verwendet - richtig "besonders".

Diese indischen Gewürze haben wir verwendet – richtig „besonders“.

Geben Sie dann die heiße Brühe, die Erbsen und drei Zitronenspalten dazu und lassen Sie die Suppe um die 15-20 Minuten köcheln. Ab und zu umrühren.

Zitrone gibt unserem Süppchen Pfiff

Zitrone gibt unserem Süppchen Pfiff

Da köchelt die Suppe brav vor sich hin.

Da köchelt die Suppe brav vor sich hin.

Nach Ablauf der Garzeit kosten Sie die Suppe und schmecken Sie gegebenenfalls noch mit ein wenig Salz ab. Dann geben Sie den Koriander hinein, rühren nochmals schön um und servieren das Ergebnis mit einer weiteren Zitronenspalte, die Sie voher in die Teller geben.

Tatata: unsere indische Suppe mit frischem Koriander schmeckt Ihnen garantiert.

Tatata: unsere indische Suppe mit frischem Koriander schmeckt Ihnen garantiert.

Die Suppe lässt sich übrigens prima einfrieren, weswegen wir das mit der restlichen Portion auch getan haben.

Guten Appetit!

Südfrankreich sehen und flüchten

Kein Lokal weit und breit, es schifft in Strömen und die letzte Auster hatte ein Stich? Willkommen in Südfrankreich im Wonnemonat Mai!

Sie kennen das: Man pfeift buchstäblich auf dem letzten Loch und setzt alles auf eine Woche dort, wo es natur- und erfahrungsgemäß schön ist, sein muss, weil diese Woche Ferien wie die Feuer von Minas Tirith leuchtet. Weswegen man sich mangels Vorstellungskraft und Zeit weder um den aktuellen Wetterbericht noch um nähere Details zur Location gekümmert hat, weil für Letzteres ein Navi ins Leihauto gebucht und überhaupt sind wir doch jedes Mal einfach so herumgekurvt mit den erfreulichsten Ergebnissen. Diesmal nicht. Toulouse empfing uns stürmisch und gut 10 Grad kälter als das gerade verlassene München. (Ja, wir hatten die Badesachen dabei.)

Am Flughafen den Leihwagen geholt, der dann ohne Navi kam, dafür mit einem nicht aufgeladenen „losen“ Gerät aufgepimpt wurde und – Überraschung – entgegen der Dame am Europcar-Schalter dann doch ein Navi besaß. Immerhin. Durch die Stadt zum ersten Domizil, an der Ausfahrtstraße im schönen Industriegebiet springen drei Gestalten aus dem Gebüsch am Mittelstreifen und schwenken ihre Betteldosen. Wir gucken geradeaus, wie die anderen Autofahrer. Es regnet ein wenig, dann kommt die Sonne raus. Unser Hôtel La Flânerie ist bald erreicht. Halbeneune – ausgehungert ins erste beste Lokal, das ein reines Fisch-Menü offerierte, welches aber nicht von schlechten Eltern war. Das Fischlokal Le Clapotis reichte ein Riesen-Seafood-all-you-can-eat-Buffet (alles kalt), zwei! Fischgänge und Dessert. Vorab sechs Austern pro Person, die der beste Gatte alle auf sich nahm. Hotel, Zimmer, Betten gut. Ausblick auf die träge Garonne, im Hintergrund die Lichter von Toulouse. Noch auf der kleinen Terrasse ein letztes Weinchen geschlürft, eingepackt in drei Schichten. Kalt.

Room with a View: La Flanerie

Room with a View: La Flanerie

Frühstück im Flanerie

Frühstück im Flanerie

Am nächsten Tag Richtung Pamiers, wo es an diesem Wochenende ein Belle-Epoque-Fest hatte, was aber schon ordentlich verregnet war und uns nur durch die schönen alten Autos auf dem Marktplatz auffiel. Zwei Noisette und ein Crêpe. Weiter. Abends dann ins teuerste Lokal am Platze, da alle anderen auf den Sonntag geschlossen hatten. Im Le Bellevue (das wirklich gut ist) futterten wir uns an diesem Abend als einzige Gäste durchs Menü, was der Chef uns mit Baby auf dem Arm servierte. Das Restaurant hat eine schöne Terrasse zur Garonne, was aber aufgrund der Temperaturen auch nichts nützte.

Oldtimer in Parmiers

Oldtimer in Pamiers

Nächster Tag: Albi, die Stadt von Toulouse Lautrec. Niesel, Schnürlregen, Dauerregen. Wunderschöne Örter in wunderschöner Landschaft, herrliche Alleen. Keine, aber auch gar keine Bar geschweige denn Brasserie auf der Strecke – zumindest keine, die geöffnet hatte. Der Gatte ist unwohl. In Albi angekommen (mittlerweile Sintflut von oben) in die nächste Brasserie am Platze – Essen bestellt, dem Gatten wird schlecht, worauf er die sanitären Einrichtungen aufsuchen muss, während die Gattin rasch zahlt. Retour. Da die Gattin nicht fahren kann, muss der Gatte dran glauben. Langsam, quasi Meter für Meter, schwimmen wir zurück ins Flanerie. Kurze Pause an einer mittelalterlichen Mauer im Regen, der das gestrige Cassoulet (oder die vorgestrigen Austern?) gnädig in die Gosse spült. Das Flanerie erreicht. Der Gatte ist der Held des Tages und geht um vier Uhr nachmittags zu Bett. Kein Abendessen. Und das in Frankreich.

Lag's am Cassoulet?

Lag’s am Cassoulet?

Nächster Tag: Aufbruch zu unserer zweiten Location. Weingut Domaine De La Ramade in Armissan Nähe Narbonne, weil, wir wollten ja auch das Meer sehen. Und Wein trinken. Wetter düstert vor sich hin. Gatte besser, wir gondeln langsam Richtung Wasser. Ankunft gegen Nachmittag, ein bisserl Herumgesuche und dann einen langen, schlammigen Weg bergauf (Reminder: nächstes Mal einen Landrover buchen!). Und da steht es dann: ein wunderschönes (ehrlich!) großes Gut im feuchten Nebel. Anyway…

Weingut im Nebel, aber sehr guter Wein.

Weingut im Nebel, aber sehr guter Wein.

Wir werden freundlichst in Empfang genommen, Zimmer hübsch. Ruhigste Idylle soweit man sehen kann, wenn man denn etwas sehen könnte. Wir sind trotzdem guter Dinge, da der Gatte einen kleinen Appetit verspürt. Weil es da oben aber nix zu beißen gibt, rein in die Karre, die sich mittlerweile wie unser kleines Eigenheim anfühlt, und runter ans Meer, was nicht weit ist.

Narbonne Plage ist das Strandkaff, an dem wir entgegen gesunden Menschenverstandes doch ein paar Bars vermuten. Dem ist auch so. Es grüßt der ganze Charme von Jesolo. Das Meer brüllt den Strand und die davor liegenden Glaskästen an, was uns nicht weiter wunderte. Die eine geöffnete Bar – eingeklemmt zwischen Bausünden-Etablissements namens „Harlekin“ und „Acapulco“, die eventuell im Hochsommer erfolglos den Zauber der Copacabana zu beschwören versuchen – serviert uns immerhin einen guten Kaffee (und Tee für den Magen bedingt noch vorsichtigen Gatten), was – obwohl wir quasi die einzigen Gäste sind – umgehend abkassiert wird. Wir ordern noch einen Kaffee und ein Crêpe, was der nette junge Mann wiederum sofort abkassiert. Er geht recht in der Annahme, dass hier jeder sofort flüchten möchte. Was wir dann zwecks eines Spaziergangs am Meer lang auch tun. Es nieselt nur leicht. Wir haben Hunger. Warnung: gehen Sie niemals links am Strand herunter. Zumindest nicht außerhalb der Saison, die bekanntlich nur im Juli und August auf hat. Wir kommen in die Urlaubsgeisterstadt, heimelig wie sonst nur amerikanische Caravan-Parks für die gescheiterten Existenzen. Eine Tapas-Bar. Ein paar Jugendliche, die auf der Suche nach was auch immer herumstreichen. Eine insgesamte Trostlosigkeit, die dir an die Seele greift und ja, du möchtest dir die Architekten dieser Katastrophe vorknüpfen, aber die haben vor Jahrzehnten ihren Reibach gemacht und liegen wahrscheinlich in Nizza am Strand.

Narbonne Plage - die Ansicht aufs Land ersparen wir Ihnen.

Narbonne Plage – die Ansicht aufs Land ersparen wir Ihnen.

Wir steigen ins Auto und fahren die andere Richtung ab. Der nächste echte Ort ist Gruissan, es schifft. Es ist 18 Uhr. Wir parken und schauen uns nach einem Lokal um, aber das ist natürlich jetzt die falsche Zeit. Vor Sieben/Halbacht gibt’s nichts zu Essen. Café de la Paix. Kaffee, Tee, Spielsalon-Atmosphäre, wir gehen wieder raus in den Regen. Aber das macht nichts, denn jetzt besorgen wir Baguette und Käse und verschieben größere Gelage auf den nächsten Tag. Auf dem Weinberg lassen wir uns ein Fläschchen wunderbaren Roten geben und schnabulieren unsere Leckereien auf dem Zimmer. Wir haben Hoffnung: morgen wird’s bestimmt schön. Der Gatte isst immerhin ein paar Chips. Ab ins Bett. Licht aus. Fünf Minuten später: Mückenattacke. Weil wir schlau sind, haben wir natürlich unser bewährtes Mückenspray dabei. Dass das funktioniert hat sich allerdings bei den Mücken von La Ramade noch nicht herumgesprochen. Wir schlafen nicht. Gar nicht. Irgendwann stehen wir auf, laufen herum. Die Mücken hängen im Schwarm an uns. Mit dem Morgengrauen ist Schluss. Sie machen (50+ an der Zimmerdecke) vollgesogen ein Schläfchen. Zu diesem Zeitpunkt geben wir uns geschlagen und beschließen umgehend, sofort, jetzt gleich nach Hause zu fahren.

Wir schleppen uns blutleer in den Frühstücksraum. Der nette Mann gibt uns ein gutes Frühstück. Selbstgemachte Marmelade, eigener Honig, knusprige Croissants. Es nutzt nichts. Nous sommes désolés. Zahlen und nichts wie weg hier.

Wir fahren nach Toulouse.

Zwischenstation Carcassonne. Wir sind schließlich im Urlaub und wollen nicht freudlos sein. Die Festung dräut über dem Städtchen, Parkplatzsuche. Banger Gedanke an die Koffer im abseits geparkten Wagen, der uns aber nicht vom Aufstieg abhält. Disney-Land lässt grüßen. Saint Paul ist dagegen authentisch. Der Gatte isst ein wenig Pasta, die Gattin einen Salat mit Ziegenkäse, den sie im Perigord dem Koch um die Ohren gehauen hätten. Furchtbarer Ort. Nichts wie weg. Weiter, weiter…

Carcassonne - außerhalb der Stadtmauern noch ansehbar

Carcassonne – außerhalb der Stadtmauern noch ansehbar

Durch Toulouse zum Airport, die hohläugigen Gestalten springen mit ihren Dosen ums Auto. Wir schauen geradeaus. Es regnet Katzen und Hunde. Direkt zum Flughafen, weil wir uns denken, dass wir besser gleich vor Ort umbuchen. Parkplatz JWD, aber das macht nichts. Nun, da wir uns entschlossen haben, den Trip in die Tonne zu treten, kann uns nichts mehr halten. Auch nicht, dass es in Toulouse keinen Lufthansa-Schalter zum Umbuchen gibt und wir diesen Vorgang telefonisch auf einer Bank in der lärmenden Schalterhalle erledigen. Auch nicht, dass der verflixte Parkplatz keinen Zahlautomaten in Reichweite hat. Weswegen die klatschnasse Frau Gattin das Gelände absucht, bis sie diesen erfolgreich entdeckt. Auch nicht, dass der Taxifahrer, denn wir nach Abgabe des Leihautos zum nächsten Flughafenhotel besteigen, meint, dass wir bis dahin doch hätten laufen können. Auch nicht, dass die Nacht am Flughafen ohne Frühstück teurer kommt, als mit in unseren netten Unterkünften. Manchmal kann eben nur ein richtiger Ami-Schuppen wie das gewählte Radisson Blu helfen. Zu diesem Zeitpunkt sind wir leicht erschöpft und froh, dass wir am nächsten Morgen um 6 Uhr fliegen. Wir gehen in die Bar des Radisson – geöffnet! – und ordern Burger mit Pommes. Über den Innenhof tagt eine Airbus-Mitarbeiterbelustigung. Man grillt an riesigen Ami-Grillstationen, alle schön in lange Schürzen gesteckt. Airbus ist ja vor der Tür, da geht man wohl nicht in die Stadt. Die Mitarbeiter sind bestens gelaunt, das großes Betrinken startet gerade. Wir schauen noch ein Weilchen zu.

Dann fallen wir ins Bett und gucken BBC. Am nächsten Morgen bringt uns ein Shuttle-Bus vom Hotel direkt zur Abflughalle. Alles läuft wie am Schnürchen. In München gönnen wir uns eine Taxe nach Hause. Man soll nie am verkehrten Ende sparen.

Fazit: Es hat nicht sollen sein. Dennoch: wir haben nicht gestritten. Kein einziges Mal. Denn eines ist wahr: in guten wie in schlechten Zeiten und besonders bei den letzteren heißt die Devise Haltung bewahren. Und nur nicht den Humor verlieren ;-)

Lachsspiesse à la Saltimbocca

Wie auf Facebook angekündigt: hier kommen die Lachsspiesse nach Saltimbocca-Art, die wir jetzt ausprobiert haben. So viel zum Rezept von Sterne-Koch Alexander Herrmann, der im Fernsehen kocht und im Romantik Posthotel in Bayreuth: Wenn Sie zwei Personen satt machen möchten (und die Lachsspiesse nicht als Vorspeise reichen), nehmen Sie besser etwas mehr Fisch. Wir haben um die 400 Gramm Lachsfilet genommen. Zudem brauchen Sie einen kleinen Bund frischen Salbei, 100-150 Gramm Serrano-Schinken, schwarzen Pfeffer aus der Mühle, Butter, 100 ml Weißwein oder Marsala (wir nahmen Madeira) und zwei bis drei (!) Esslöffel Créme Fraîche. Das Gericht ist ruckzuck zubereitet, wenn Sie, wie folgt, alles schön vorbereiten.

Ein gutes Lachsfilet und frischer Salbei - sehr schöne Kombi

Ein gutes Lachsfilet und frischer Salbei – sehr schöne Kombi

Spülen Sie das enthäutete Lachsfilet (Haut abziehen lassen beim Fischhändler) kalt ab, tupfen Sie es trocken, schneiden Sie es in mundgerechte Stücke und pfeffern diese mit zwei/drei Umdrehungen aus der Mühle. Den Salbei ebenfalls kalt abbrausen und zum Trocknen beiseite stellen. Falls Sie Holzspiesse verwenden: bitte spätestens jetzt in Wasser einweichen (so um die 5 Minuten reicht), damit sich der Fisch leichter löst.

Lachs in mundgerechte Stückchen schneiden und pfeffern

Lachs in mundgerechte Stückchen schneiden und pfeffern

Den Serrano-Schinken breiten Sie auf einem großen Teller aus. Die Salbeiblättchen abzupfen und ebenfalls bereit legen.

Serrano-Schinken ausbreiten (Parma geht auch)

Serrano-Schinken ausbreiten (Parma geht auch)

Dann geht’s ans Wickeln: Die Lachsstückchen in jeweils eine Scheibe (oder halbe Scheibe) Serrano wickeln und auf einem Teller parken.

Kein Akt: den Lachs in Schinken einwickeln. Nicht zu dick: ein dünnes Scheiblein pro Stück reicht!

Kein Akt: den Lachs in Schinken einwickeln. Nicht zu dick: ein dünnes Scheiblein pro Stück reicht!

Nun stecken Sie die Schinken-Lachs-Stückchen auf die Spiesse, und zwar abwechselnd mit ein/zwei Salbeiblättchen – das geht fix!

400 Gramm Lachs ergab bei uns 5 Spiesse

400 Gramm Lachs ergab bei uns 5 Spiesse – perfekt als Hauptgang für Zwei

Jetzt geht’s in die Pfanne: braten Sie die Spiesse in heißer Butter (ruhig ein bisserl mehr nehmen) von allen Seiten auf hoher Temperatur an und garen Sie diese dann auf mittlerer bis niedriger Temperatur insgesamt 5 bis 8 Minuten fertig. Dabei bleiben Sie am Herd stehen und passen genau auf, damit Ihnen weder die Butter anbrennt noch der Lachs zu durch gerät.

Die Spiesse schön von allen Seiten in guter Butter anbraten...

Die Spiesse schön von allen Seiten in guter Butter anbraten…

.. und fertig garen. Dabei bleiben!

.. und fertig garen. Dabei bleiben!

Sind die Spiesse gut, nehmen Sie sie aus der Pfanne und parken sie auf einem heißen Teller. Dann die Temperatur hochdrehen, den Bratensatz mit Weißwein (oder Marsala, Madeira, Sherry…) ablöschen, gut einreduzieren lassen (das Ganze soll nicht zu flüssig sein). Dann die Pfanne vom Herd nehmen und zwei/drei Esslöffel Créme Fraîche unterrühren, fertig.

Wir nahmen Madeira für die Sauce

Wir nahmen Madeira für die Sauce

Sauce aus Madeira und Créme Fraîche

Sauce aus Madeira und Créme Fraîche

Wir waren mit der Sauce nicht ganz so zufrieden und würden es alternativ so machen: braten Sie mit dem Fisch etwas fein gewiegten Salbei an. Nehmen Sie nur 50 ml (oder einen guten Schuss) Wein (oder Marsala etc….) zum Ablöschen. Dann reduzieren und eventuell mit einer Mini-Prise Salz und etwas Pfeffer würzen, rühren, rühren und dann anstelle der Créme Fraîche einen ordentlichen Schuss Sahne hinzugeben und das Ganze sähmig einkochen.

In jedem Fall ein schönes und (bis auf die Sauce) einfaches Gericht, dass auch für Gäste etwas hermacht. Servieren Sie die Lachsspiesse mit Salat und/oder ein wenig Baguette.

Tatata: unsere Lachsspiesse à la Saltimbocca :-) mit Dank an Alexander Herrmann

Tatata: unsere Lachsspiesse à la Saltimbocca :-) mit Dank an Alexander Herrmann

 

Scampi Curry Pasta

Lust auf was Üppiges? Dann hätten wir etwas für Sie. Unsere Scampis in Curry-Knoblauch-Sahne mit frischer Pasta machen froh! Wir brauchen pro Nase 100 Gramm frische Pasta (Tagliolini oder Tagliatelle passen), ca. 100-150 Gramm Scampi oder Tiger-Garnelen (geschält; Sie dürfen aber gerne auch frische Riesen-Garnelen verwenden – ganz nach Budget und Geschmack), ein gutes Currypulver (zum Beispiel vom Alfons Schubeck), 1 Becker Schlagsahne (für 2 Personen), vier Knoblauchzehen (2 gehackt, 2 gepresst), einen Schuß Weißwein, etwas Fischfond, Olivenöl, Butter, Meersalz und ein wenig frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Das Rezept ist für zwei fröhliche Esser ausgelegt, einfach verdoppeln etc., wenn es mehr Personen sind, aber dann vorsichtig beim Würzen sein.

Frische Pasta, Tiger-Garnelen und Curry

Frische Pasta, Tiger-Garnelen und Curry

Spülen Sie die Scampis unter kaltem Wasser ab und lassen Sie sie abtropfen. In dieser Zeit hacken Sie den Knoblauch fein, 2 Zehen beiseite stellen für später.

Nun braten Sie den Knoblauch in etwas Olivenöl mit einem fein geschnetzelten Scampi sanft an, geben ein wenig Butter hinzu, salzen dezent und geben einen Eßlöffel Currypulver in die Pfanne. Ist der Knoblauch glasig, braten Sie die restlichen Scampis kurz darin an (mit einer weiteren Prise Salz und zwei-drei Umdrehungen schwarzen Pfeffer würzen) und nehmen die Dinger dann aus der Pfanne. Beiseite stellen.

Knoblauch, Curry, Öl und Butter

Knoblauch, Curry, Öl und Butter mit einer fein gehackten Garnele anbraten

 

Scampis oder Garnelen ganz kurz anbraten und würzen, dann aus der Pfanne nehmen

Scampis oder Garnelen ganz kurz anbraten und würzen, dann aus der Pfanne nehmen

Nun wird es ein bisschen tricky: Sie müssen nämlich die Sauce zubereiten, und zwar, während Sie die frische Pasta quasi parallel am Start haben. Setzen Sie also Wasser für die Pasta auf und bringen dieses zum Kochen, wenn es kocht: salzen und Pasta reinwerfen. (Unsere Pasta brauchte 5 Minuten. Achten Sie auf die Garzeitangabe).

Jetzt heißt es Gas geben: Löschen Sie die Knoblauch-Mischung in der Pfanne mit einem kleinem Schuß Weißwein (oder Noilly Prat) ab, lassen Sie diesen auf hoher Temperatur einkochen und geben Sie dann ein kleines Glas Fischfond (100-150 ml – Sie müssen ein wenig „spielen“) hinzu, ebenfalls einkochen lassen, dann kommt die Sahne hinein. Temperatur reduzieren und kurz köcheln lassen. Abschmecken und gegebenenfalls noch ein wenig Curry und Salz hinzugeben.

Mit Weißwein ablöschen, dann Fischfond dazu und reduzieren

Mit Weißwein ablöschen, dann Fischfond dazu und reduzieren

Da köchelt unsere Curry-Sahne-Sauce - immer schön abschmecken und aufpassen, dass sie nicht zu stark reduziert

Da köchelt unsere Curry-Sahne-Sauce – immer schön abschmecken und aufpassen, dass sie nicht zu stark reduziert

Nun sollte die Pasta gar sein. Gießen Sie das Wasser ab und mischen Sie die Nudeln schnell unter der Sauce, dann pressen Sie blitzschnell die beiden Knoblauchzehen darüber aus, mischen alles einmal durch und servieren sofort. Tipp: Aufpassen, dass Ihre Sauce nicht zu stark einreduziert – Sie wollen richtig viel Sauce haben. (Wer’s nicht lassen kann: Parmesan schmeckt auch dazu!)

Pasta und Scampis unter die Sauce mischen...

Pasta und Scampis unter die Sauce mischen…

... den Knoblauch darüber pressen und schön vermengen.

… den Knoblauch darüber pressen und schön vermengen.

Guten Appetit!

Da fehlt sich nichts ;-) Probieren Sie es aus.

Da fehlt sich nichts ;-) Probieren Sie es aus.

Artischocken und Egerlinge mit Ziegenfrischkäse

Auch Lust auf etwas leichtes Feines? Kleine Artischocken sind schnell zubereitet! Nehmen Sie für zwei Personen um die zehn Stück. Außerdem brauchen wir ein paar schöne Egerlinge (braune Champignons), eine Schalotte, eine Knoblauchzehe, Olivenöl, Meersalz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer sowie ein bisserl Ziegenfrischkäse und Parmesan.

Kleine Artischocken schmecken ganz hervorragend

Kleine Artischocken schmecken ganz hervorragend

Entfernen Sie den Stiel und die ganz harten Außenblätter und schneiden Sie die Artischocken dann in dünnere Scheiben. Pilze säubern und ebenfalls in Scheiben schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. (Falls Sie an Artischocken mit langen Stielen kommen: diese können Sie fein schneiden und mitbraten – gibt’s hierzulande leider nur selten, greifen Sie zu!)

Geben Sie einen großzügigen Schluck Olivenöl in eine Pfanne, lassen Sie es heiß werden (mittlere Temperatur) und braten Sie die Artischoken gemeinsam mit der Zwiebel und dem Knoblauch an. Lassen Sie die Artischocken um die 8-10 Minuten garen, dann kommen die Pilze hinzu. Das Gemüse kurz durchbraten und mit Salz und Pfeffer würzen, eventuell noch einen Schuß Öl hinzugeben.

Artischocken in einer großen Pfanne schmoren

Artischocken in einer großen Pfanne schmoren

Die Artischocken sollten knusprig, aber nicht hart sein. Wenn Sie sich nicht sicher sind: probieren! Vor dem Servieren zwei Eßlöffel Ziegenfrischkäse unter das Gemüse mischen, dann ab auf die Teller.

Zwei Eßlöffel Ziegenfrischkäse (gibt's im Bio-Markt, aber auch in normalen Supermärkten)

Ziegenfrischkäse (gibt’s im Bio-Markt, aber auch in normalen Supermärkten)

 

Immer schön mit dem Holzlöffel umrühren

Immer schön mit dem Holzlöffel umrühren

Ein wenig frisch geriebenen Parmesan darüber streuen und fertig! Wir servieren das Gericht mit einem getoasteten Baguette.

Kleines Mittag- oder Abendessen - auch als Vorspeise eine schöne Sache!

Artischocken & Pilze mit Ziegenfrischkäse: Kleines Mittag- oder Abendessen – auch als Vorspeise eine schöne Sache!