Koch- & Food-Blog, abschweifendes

sacre e profane


Pescheria Nummer 3 – Restaurantkritik

Wir können nicht anders, wir müssen es laut sagen: Letzte Woche haben wir in der Pescheria richtig gut gespeist! Es hat sich allerhand getan, der Neuling macht sich. Erstens sind wir aufs Netteste und sehr professionell empfangen worden, weil da jetzt eine Empfangsdame den Strahlemax macht, die mit großem Lächeln und warmen Worten ins Lokal bittet. Der Platz war reserviert – wir durften trotzdem aussuchen, weil wir mit der Erstzuweisung nicht glücklich waren. Sie händeln das ein bisschen wie die Reservierungen in der Bahn – erstmal vorne alles voll machen, dann nach hinten weiter verteilen. Da die Tische recht eng beieinander stehen (mehr Tische = mehr Umsatz), sucht der Gast (jedenfalls Gäste wie wir) automatisch größtmöglichen Abstand – und den hatte es vorne nicht mehr;-)

Wir parkten im hinteren Teil des Lokals ein, wo wir – und das wissen wir, wie Sie wissen, zu schätzen! – von einem freundlichen und fähigen Service schnell und kompetent abgeholt wurden. Getränke kamen ruckzuck, das Essen liess auch nicht lange auf sich warten – fast schon ein bisserl hastig, aber der Laden brummte an diesem Abend und sie haben fleissig abgearbeitet. Schön fürs Auge: hinten gibt es ein Fenster, durch das der Gast die Köche beobachten darf.

Das Essen: Vorspeise Tunfisch-Tartar gefolgt von frischen Doraden mit mediterranem Gemüse kurz gegrillt – alles Top! Wunderbares Brot – diesmal stimmte auch die Aioli, die ich natürlich unbedingt wieder probieren wollte und die – ja: mit ordentlich Knoblauch – nach „Perfektes Dinner“ Bewertungsschema 8 Punkte von uns geholt hat.

Kurz und gut: Das hat gepasst!

Das Restaurant ist angesagt. So drängt sich neben der Jeunesse Dorée alles, was den neuesten Hype schätzt und das nötige Kleingeld hat. Die Atmosphäre ist glitzy, das muss man mögen. Wir werden sehen, ob die Pescheria für einen Flash in the Pan Gig antritt oder sich langfristig ein schönes Stammpublikum aufbaut. Die Truppe gibt jedenfalls Gas und die Küche stimmt. Der Service hat allerdings die Angewohnheit, die Gäste (in diesem Fall meine Begleiterin) zu tätscheln. Nett gemeint, aber nicht jedermanns (und Frau) Sache. Das hat Frau C. dann auch angemerkt. Ein bisschen nervig auch die kreischenden Gören eines erziehungsunfähigen Erwachsenen, die lustig in ihre Gläser spuckten und randalierten, weil es für sie natürlich todlangweilig war. Da kann aber die Pescheria nichts für.

Wir sagen Chapeau! und haben den Abend genossen. Schauen wir mal, ob sie sich noch steigern können.

Venice_Nebel

Im Meer gibt’s viele Fische – die Pescheria hat uns ein paar schöne gefangen.

 



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