Sommerferien: Toujour Provence!

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Der wunderbare, lange Sommer ist vorbei – es herbstelt und die ersten Stürme brausen (wenn auch noch nicht im glücklichen Bayern, wo die Wiesn 2018 gestern bei herrlichem Wetter zünftig in klassischem Weiß-Blau startete). Woanders ist es aber bekanntlich immer schöner. Im Urlaub sowieso.

Guckst du aufs Meer, bist du froh – so muss das im Urlaub sein

Wir blicken zurück auf zwei Wochen Septemberferien – da, wo’s immer schön ist – jedenfalls für uns, weil wir den Süden Frankreichs ins Herz geschlossen haben. Diesmal ein paar längst fällige Worte zu unserem Dauerziel Cagnes sur Mer. Einen Urlaubsort hat und braucht fast jeder, an den er/sie immer gerne zurückkehrt, weil man weiß, dass hier alles passt. Für uns ist das Cagnes, ein kleines Städtchen in drei Teilen (Meer, Mitte, Berg), das sich (obwohl nur 10 Minuten mit dem Auto von Nizza entfernt) den Charme früherer Zeiten erhalten hat und im Glanz der schicken  Côte d’Azur noch bodenständig bleibt. Wie lange, weiß niemand, deshalb fahren wir so oft wie möglich hin.

Abendstimmung in Cagnes sur Mer – den Rummel musst du woanders suchen

Cagnes sur Mer hat einen Kieselstrand und ein paar nette Privat-Bagnos, wo sich für normale Tarife eine Liege am Meer mit Schirm mieten lässt – und der Service uns den Noisette oder Salat auch direkt unter den Sonnenschirm bringt. Wer mag, isst am Tisch – haben sie selbstverständlich auch. Wie grundsätzlich in Frankreich ist die Küche auch am Strand anständig, auch wenn die Burger-„Kultur“ mittlerweile auf fast keiner Karte fehlt – allerdings hat das Fleisch eine ganz andere Qualität und rosa braten können sie auch. Unser Lieblings-Bagno ist das Carre Bleu.  Luxusstrände mit allem Pipapo gibt’s in den anderen Côte d’Azur Orten reichlich – aber wir lieben es hier, weil es wirklich entspannt, fast nie überfüllt und trotzdem schick ist.

Ausblick aufs Meer im Carre Bleu. Es ist einen Kieselstrand, weswegen sich Badeschuhe für verweichlichte Nicht-Provenzalen dringend empfehlen
Im Carre Bleu kann man drinnen wie direkt am Beach essen und trinken – feiner Service!

Unser B&B seit Jahren ist das Jardin Fragonard.

Villa mit Garten „unser“ Jardin Fragonard

Marie-Paule und Didier haben hier ein wunderherrliches Plätzchen geschaffen – nur ein paar Zimmer, alle nett und komfortabel ausgestattet – und alle bunt und fröhlich. Das Jardin Fragonard war einmal eine Privatschule und liegt in einem fantastischen, riesigen Garten. Sie können überall draußen sitzen, Brotzeit machen und natürlich auch im Pool plantschen. Es ist ein Haus für Kunstliebhaber: die beiden Besitzer haben jede Menge Bilder, Skulpturen und Kunstobjekte gesammelt, die sich im ganzen Hause und im Garten entdecken lassen – nicht steif und museumsreif, alles skurill, lustig und harmonisch platziert.

Der Garten – eine gar prächtige Idylle, die man doch so auch gerne daheim hätte
Die Gastgeber Marie-Paule und Didier – wir lieben sie!

Das Ehepaar pflegt zum Frühstück einen „Common Table“ – alle Gäste sitzen gemeinsam mit Marie-Paule und Didier an einer langen Tafel – im Garten (oder falls es tatsächlich mal regnet, auch drinnen), was in der Regel sehr bereichernd ist, weil die Leute aus ganz Europa und Übersee kommen. Wir nehmen oft ganz neue Einsichten und die eine oder andere nette Bekanntschaft mit.  Was uns immer wieder hinzieht: die Gastgeber sind wirklich reizend, das Fragonard ist schön, aber nicht schicki-micki und es ist ruhig. Also ideal, wenn man wirklich ausspannen will – und das hatten wir diesmal nötig.

An dieser Frühstückstafel wird in vielen Sprachen kommuniziert – einfach nur zuhören geht auch – die Konfitüren bereitet Marie-Paule selber – c’est normal!

Falls dann doch der Wunsch nach Action aufkommt: drumherum liegen von Nizza bis Cannes bis Saint Tropez zig Ausflugsziele, die sich für einen Tag oder ein paar Stündchen Abwechslung anbieten. Unsere Lieblinge sind und bleiben Nizza (Cannes ist uns zu grandios), auf dem Berg St. Paul de Vence und Tourrettes-sur-Loup – am Meer Saint-Jean-Cap-Ferrat  und neuerdings auch Antibes (was früher nicht ganz unser Fall war, aber mittlerweile zum festen Programm gehört. Die offene Markthalle ist wirklich ein Erlebnis!).

Antibes ist immer einen Ausflug wert – diesmal ist uns ein Kürbis vorgekommen, größer, als der beste Gatte!
In Cap Ferrat lässt es sich schön am Hafen sitzen…
…und zu Mittag essen – einfach mal alle Restaurants in der Hafenrunde beäugen und die Karten studieren

Und so gurken wir mit dem Mietwagen nach Gusto in der Gegend herum und finden immer wieder sehr nette Lokalitäten, wo wir uns die gute provenzalische Küche schmecken lassen – Fisch, Gemüse, Salate – alles einfach und frisch aus der Gegend, so, wie es sein soll. Passen Sie aber mit dem Rosé auf: die haben hier ein paar rasse Tropfen, die der Tourist eher weniger verträgt ;-)

Extra-Tipps:

In Vence gibt’s  am Place Clemenceau 9 ein Café, das Macarons und andere Süßigkeiten zum ohnmächtig werden serviert: Coffea (weil sie auch Tee haben) – ganz großes Kino!
Zum Dessert immer Café Gourmand nehmen – für die ganze Auswahl!
Socca muss sein! Der Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Salz und Wasser ist richtig lecker – hier am alten Markt in Nizza.
Das Pizza Pampa in Cros de Cagnes (der Ortsteil am Meer) bietet keine Sternekost, ist aber nett und grundsolide – obwohl ein bisschen nach Tagesform ;-) Huch. sie haben plötzlich sogar eine Website. Wir mögen es mit Höhen und Tiefen!

Und noch ein Geheimtipp (wir sind ja nicht so):  Das „La Grand Large“ in Villeneuve Loubet. Äußerst heiterer Familienbetrieb mit guten Menüs. Hier stimmen Preis/Leistung, aber der Service verdient nochmal ein Extralob, weil einfach sehr, sehr lustig und das in allen Sprachen. Muss man erlebt haben. Wer gut essen will und Sinn für skurille Typen hat, hat hier seine helle Freude. Großer Garten, direkt mit Meerblick, gut besucht.  Rechtzeitig kommen oder reservieren! Adresse: 7 route du Bord de Mer Telefon +33 4 932055 13.

Das „kleine“ Filet im „La Grand Large“ ist mitnichten klein – und so ein gutes Fleisch! Dabei: Kartoffelgratin, Möhrenpüree, Artischocken/Zucchini-Gemüse und gefüllte Tomate  (Grünstich im Foto, weil grüne Sonnenschirme ;-) )
Vorspeise im „La Grand Large“ – was willst du Meer?

Gut essen und trinken kannst du in und rund um Cagnes sur Mer an vielen Orten. Unsere Devise: Ruhig mal ausprobieren, wenn es nett ausschaut.

Überall gibt’s nette Plätzchen, ein wenig Entdeckergeist schadet nicht ;-)

Der Mensch braucht in unseren hektischen Zeiten Orte, an denen es bleibt, wie es ist. Noch gehört Cagnes sur Mer zu diesen Oasen – hier sind die Sommerferien, wie sie sich gehören. Wir sind erschöpft eingelaufen und munter wieder abgefahren. Aber nicht gleich nach Hause, sondern hoch ins Luberon, das wir immer schon mal sehen wollten. Teil 2 unserer Provence-Tour folgt! Wer „A good Life“ gesehen und alle Bücher von Peter Mayle hat, muss das selbst in Augenschein nehmen!

Auf zu den Lavendelfeldern und weiter, weiter in Teil 2 :-)

 

 

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