Deluxe: Aubergine in Fladenbrot mit Koriander-Tomatensalat

Auberginen?“ – der Beste Gatte ist verstört. Er mag diese „Früchtchen“ gar nicht – kein Wunder, wenn man an die zäh wie Leder kurz gegrillten Lappen denkt, die so mancher schlecht beratende Gastronom als Vorspeise pfuscht. Es geht auch anders, aber dafür muss man die Aubergine wie eine kleine Kostbarkeit behandeln und ein wenig Arbeit investieren. Offen gesagt eine wunderbare Ablenkung, die uns in diesen Zeiten gerade recht kommt.

Die Aubergine ist tricky :-)

Dieses Rezept stammt aus der Financial Times Weekend Ausgabe (welche die Köchin seit gut einem Jahr am Wochenende von A-Z studiert. Lesen bildet ;-) ) und ist von Sarit Packer, Mitbegründer des Londoner Restaurants Honey & Co. Es ist fantastisch, aber (wie schon gesagt): hier muss gearbeitet werden. Jeden Schritt schön vorbereiten, dann klappt das!

Wir brauchen für zwei hungrige Esser:

Für das Gemüse: eine große oder zwei kleine Auberginen (ca. 500 Gramm, wir nehmen am liebsten die kugelförmigen), 4-6 Esslöffel gutes Olivenöl, 3-4 Zwiebeln (oder Schalotten) halbiert und fein geschnitten, 3 Knoblauchzehen längs halbiert, 2-3 Teelöffel Meersalzflocken, einen gehäuften Teelöffel Ras el Hanout und einen grob gehackten großen Bund Koriander (ein kleiner Teil davon kommt in den Tomatensalat).

Ras el Hanout ist eine Gewürzmischung, die unserer Aubergine besonderen Pfiff gibt. In vielen Variationen erhältlich.

Für die Tahini-Sauce brauchen wir 100 Gramm Tahini-Paste, den Saft einer halben Zitrone, 100 ml kaltes Wasser, eine ausgepresste Knoblauchzehe und ein wenig Salz (abschmecken nach Gusto).

Für den Tomatensalat brauchen wir um die 6-8 halbierte Kirschtomaten, den Blütenansatz entfernen, eine kleine gepresste Koblauchzehe, den oben erwähnten restlichen Koriander (kleine Hand voll), 1 Teelöffel Rotweinessig, 2 Teelöffel gutes Olivenöl und je eine Prise Salz und Zucker.

Das Ganze kommt dann in ein kleines Pitabrot.

Zuerst spülen wir unsere Aubergine gut ab, entfernen den Stil und schneiden sie in kleinere Würfel. Diese geben wir in ein Sieb und besprenkeln das Fruchtfleisch mit 2 Teelöffeln Meersalzflocken, die wir mit der Hand untermischen. Das Sieb zum Abtropfen für 20 Minuten (bis zu einer Stunde) in die Spüle stellen.

Hier ziehen unsere gesalzenen Auberginenwürfel.

Derweil bereiten wir die Tahini-Sauce. Mixen Sie die Zutaten zu einer geschmeidigen, sämigen Paste. Nehmen Sie die Küchenmaschine oder einen Pürierstab!! Das Zeug ist batzig und flockt aus – wir haben es mit der Hand probiert, ist zwar geworden, war aber ein Akt. Tahini-Sauce dann beiseite stellen (gerne in den Kühlschrank, aber so 5 Minuten vor dem Servieren wieder herausnehmen).

Tahini-Pasten gibt es viele – nehmen Sie ein gute!
Wir haben die Tahini-Sauce von Hand bereitet. Tun Sie das nicht!

Nun noch den Salat machen: Tomaten waschen, Stilansatz herausschneiden und halbieren. Dressing aus Essig, Öl, Salz und Zucker anrühren, Knoblauchzehe hineinpressen, verrühren und beiseite stellen. Die Tomaten und der Koriander kommen kurz vor dem Servieren rein.

Tomaten und Koriander im Sonnenlicht

Den Koriander kalt abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen, siehe oben.

Zwiebeln und Knoblauch feinwiegen.

Knoblauch und in unserem Fall Schalotten, die nun feingewiegt werden müssen.

Jetzt geht’s ans Braten: wir stellen eine große Pfanne oder einen Wok mit zwei Teelöffeln Olivenöl (gerne etwas mehr, nach Gefühl!) auf mittlere Temperatur und lassen unsere feingewiegten Zwiebeln und den Knoblauch mit ein wenig Salz so um die zwei Minuten sautieren. Dann stellen wir auf niedrigste Temperatur herunter und lassen Zwiebeln und Knoblauch langsam goldbraun werden. Nicht schummeln – hier gibt es keine Abkürzung, wenn das Aroma stimmen soll. Planen Sie hierfür 10-20 Minuten ein. Wenn die Zwiebeln und der Knoblauch soweit sind, aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und zwei Esslöffel Olivenöl hineingeben. Niedrigste Temperatur (oder ganz kurz ausstellen)!

Mittlerweile sollte unsere Aubergine um die 20 Minuten gezogen haben. Wir spülen das Fruchtfleisch gut unter kaltem Wasser ab, drücken es kurz vorsichtig aus und legen es auf reichlich Küchenpapier zu weiterem Wasser entziehen aus. Sanft ausdrücken und in die Pfanne (oder Wok) mit dem Öl geben und die Temperatur hochstellen.

Hier liegen die sanft ausgedrückten Auberginenwürfel auf Küchenpapier zum „Nachtrocknen“.

Die Auberginenwürfel braten, bis sie goldbraun sind, dabei immer schön wenden und nach ein paar Minuten die Temperatur auf mittel reduzieren. Das Ganze dauert wiederum so um die 15 Minuten. Gerne etwas Olivenöl nachgeben. Sehen die Würfelchen gut aus (und sind weich), kommen der Zwiebel-Knoblauch-Mix, eine gute Prise Salz und das Ras el Hanout hinzu, alles gut vermischen und dann den Großteil des gehackten Korianders untermengen. Temperatur herunterdrehen oder gleich ausschalten.

Die Auberginen gut anbraten…
… sind sie schön goldbraun, Ras el Hanout, gegarte Zwiebeln & Knoblauch und dann den Koriander untermengen.

Jetzt werfen wir die Tomaten mitsamt dem restlichen Koriander in das vorbereitete Dressing, vermengen das Ganze und dann geht’s ans Servieren.

Tomatensalat!

Wir schneiden das Fladenbrot in Viertel und schneiden 2 der Viertel auf, die wir im Toaster kurz anrösten und dann auf unseren Tellern platzieren.

Wir bestreichen die aufgeschnittenen Pita-Brote mit reichlich Tahini-Sauce, geben auf das eine Tomatensalat und auf die andere Hälfte unsere Auberginenwürfel und klappen das Ganze dann mit einem flotten Schwung zusammen.

Fladenbrotviertel mit Tahini-Sauce bestreichen.
Viertel mit dem Auberginengemüse und dem Tomatensalat belegen.

Beherzt zusammenklappen und fertig!!

So schaut’s aus und sooooo gut ist es :-)

Die anderen Hälfte des Brotes belegen wir entsprechend, wenn der erste Satz verputzt ist. Nehmen Sie eine Serviette, das Vergnügen tropft saftig und gern auch auf das frische T-Shirt ;-) Macht nix, sprach der Beste Gatte, der dieses Auberginen-Gericht mit 12 von 10 Punkten bewertete und bitte ganz bald wieder essen möchte. Noch Fragen?

Ich sage guten Appetit – der Aufwand lohnt sich!